Gerüchte und aktuelles Geschehen

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    • Am 64. Steckling sah man Jasper Caldwell in den langsam anbrechenden Abendstunden mit einem eher ungewöhnlichen Gast im Rurik-Café sitzen: eine Sylvari mit silberner Borke und fliederfarbenem Blattwerk leistete dem Mann bei einem Glas Wein Gesellschaft, sich selbst ein gewaltiges Stück Pflaumenkuchen mit noch viel gewaltigerer Sahnehaube ordernd, während zwei Tische weiter der Geschäftsmann Yurij Iorga und die Komtess von Canstein einen späten Tee zusammen genossen.

      Wer mit dem Wandernden Theater vertraut war, mochte die Sylvari als Angehörige der Truppe identifizieren. So verwunderte es wohl auch nicht, dass sie mit einigen größeren Gesten hantierte, während sie mit dem Caldwell sprach, immer wieder auch die übrigen Gäste einbeziehend, als befände man sich gemeinsam auf einer großen Bühne, nicht nur auf einer Dachterrasse unter Sonnenschirmen.

      Der Graf zeigte sich nachsichtig und bekam am Ende sogar ein Präsent dafür. Zumindest sah es danach aus, als Neyve Ythiri ihm zum Abschluss der Unterhaltung noch ein kleines Bündel überreichte, das der Mann dankend entgegen nahm.


    • Am 68. Steckling besuchten Rowenna und Jasper Caldwell das Sommerfest des Ministeriums. Celia hatte laut Aussage des Erbgrafen zugunsten der Jüngeren auf eine Teilnahme verzichtet und war bei ihrem Bruder Vale geblieben, der von den beiden Schwestern gepflegt wurde.

      Es muss ein etwas uriger Anblick gewesen sein, wie der Graf und die junge Miss ihre Getränke und die canthanischen Spezialitäten in ihren Händen von einem Gespräch ins nächste getragen haben, ohne, dass sie zum Essen gekommen wären. Erst zu Beginn des Feuerwerks ließ sich eine Gelegenheit nutzen, das >Sommerglück< aus dem Haus der Sinne im wahrsten Sinne des Wortes zu genießen.

      Dass die Caldwells eine Schwäche für das Glücksspiel besäßen, scheint jedenfalls ein Gerücht zu sein, das sich während der Veranstaltung bestätigen ließ. So soll Rowenna Caldwell das Glücksrad, das Minister Stark bediente, regelrecht bedroht haben, ihr einen Gewinn zu bescheren, unterstützt von der Ministerin für Äußeres und der Asura, mit der zusammen sie auch den Souvenirstand beim Völkermarkt führte. Erfolgreich war sie obendrein, denn als Einzige des Abends schaffte sie es auf ein silbernes Feld. Leider reichte es nicht ganz für den Hauptpreis.

      Ihr Bruder gewann vor allem eins: Extra-Drehs, was zu später Stunde noch für einige Erheiterung unter den verbliebenen Anwesenden sorgte.

    • Am 70. Steckling, nachdem die ersten Gerüchte über die Ereignisse in den Harathi-Hinterlanden die krytanische Hauptstadt erreichten, suchten einige der Caldwell-Geschwister den Melandru-Schrein im westlichen Marktviertel von Götterfels auf. Vor einer Wasserschale mit darauf schwimmenden Kerzen, sinnbildlich für das ausgebrochene Feuer und das Element, das sie gelöscht hatte stehend, sollen sie eine Zeit lang gebetet und dem Klerus im Anschluss daran eine Spende dargebracht haben.


    • Am Vormittag des 71. Stecklings suchte Jasper Caldwell Levi Iorga an dessen Privatsitz auf. Allerdings schien es sich um ein geschäftliches Zusammentreffen zu handeln. Noch am späten Nachmittag desselben Tages brachen vom Brückenlager am Rand des Salma-Viertels aus mehrere Wagen über den Doric-See in Richtung der Harathi-Hinterlande auf, die mit Fässern beladen waren, welche das von der Brücke angebotene Hain-Quellwasser beinhalteten.

      Weitere Transportkarren, noch ohne Fracht, verließen die Stadt im Auftrag des Grafen am nächsten Morgen, um direkt den Hain anzusteuern. Vermutlich für Nachschub.

      Am Abend besuchten die Caldwells die Rurikhalle. Trotz der derzeit angespannten Lage ließen die drei Brüder es sich nicht nehmen, ihrer Schwester Celia nach langer Abwesenheit aus dem Gesellschaftsleben einen möglichst leichtgängigen Wiedereinstieg in selbiges zu bereiten. Dass der Jüngste der Runde dabei ein wenig über die Strenge schlug, soll den Grafen aus Respekt vor den sonstigen Hallenbesuchern dazu veranlasst haben, ihn etwas an die kurze Leine zu nehmen.

      Ein paar Verschnupfte behaupten, die Geschwister hätten die übrige High Society geschnitten; was wenig glaubwürdig erscheint angesichts dessen, dass nicht nur untereinander, sondern auch mit anderen Gästen gescherzt wurde. Die Komtess von Canstein habe man gar nach Hause eskortiert.

      Andere winken ab: eine müde Wiedergutmachung vorangegangener Affronts.


    • Am Nachmittag des 72. Stecklings sah man Celia Caldwell in einem leichten Sommerdress und mit einem vorfreudigen Lächeln auf den Lippen das Anwesen verlassen. Kurz darauf traf sie sich mit der Komtess Forell im beliebten Rurikcafé. Die beiden Frauen schienen ein paar heitere Stunden miteinander zu verbringen. Zumindest begleitete die Forell die Caldwell noch bis nach Hause, wo sich die Wege der zwei Adligen schließlich trennten.

      Der Erbgraf hatte derweil unerwarteten Besuch empfangen. Zumindest wirkte das Hausmädchen, das mit noch spülnassen Händen die Tür geöffnet hatte, nicht, als hätte sie die Frau erwartet, die direkt nach dem Abendessen davor stand. Es war keine ganz unbekannte Dame, hatte man die dunkelhaarige Restauratorin bereits bei Arbeiten an dem alten Brauereigebäude im Salma gesehen und während Renovierungen in der Schlossallee.
      Herein bat man sie trotzdem, und angesichts dessen, dass sie sich erst gegen Mitternacht wieder verabschiedete, konnte sie auch nicht unwillkommen gewesen sein. Ob die Caldwells das Stadthaus umzugestalten planten?
    • Am Nachmittag des 73. Stecklings erreichten gleich mehrere Haushalte in und um die Stadt Götterfels herum ein kleines Päckchen aus dem Hause Caldwell. Hübsch in dunkles Papier gewickelt, schickte Vale Caldwell all jenen, die ihm in den letzten Tagen und Wochen Genesungswünsche übermittelt hatten, ganz gleich ob schriftlich, mündlich oder über Dritte, ein Dankeschön. Es bestand aus jeweils einer Karte mit unterschiedlichen herbstlichen Motiven, in die der Mann ein paar individuelle und persönliche Worte des Dankes geschrieben hatte und aus einem Einmachglas gefüllt mit Honigwalnüssen. Eine süße Köstlichkeit, die sich mitunter auch mehrere Monde hielt, wollte man sie nicht gleich verzehren oder aber in kleinen Portionen genießen.

      Eine jede Karte war von dem Grafenbruder persönlich unterschrieben worden. Nur einige Stunden vor Zustellung der Pakete, hatte man ihn in der Kutsche seiner Familie in Richtung Doric davon fahren sehen.



    • Am 74. Steckling fanden sich zwei der Caldwell-Geschwister zu einer Hilfsaktion des Ministeriums im Königintal ein. Jasper Caldwell unterstützte den Minister für Handel und Wirtschaft, Lando Stark, bei der Reparatur einer Bewässerungsanlage auf den Feldern nahe des Pumpenhauses. Seine Schwester, Rowenna Caldwell, feuerte den Instandsetzungstrupp an. Einige Bauern sollen im Anschluss erzählt haben, mit seinem fundierten Wissen über Wasseranlagen sei der Erbgraf eine große Unterstützung gewesen. Andere sagen, er hätte genau das gemacht, zu was ein Aristokrat auf dem Feld zu gebrauchen sei: eine Leiter halten. Nützlich oder nicht, am Ende lief die Anlage wieder. Allerdings betonte der Mann selbst, dass das nicht sein Verdienst gewesen sei, sondern der von Graf und Gräfin von Flammenfels und ihres persönlichen Einsatzes.

      Am 75. Steckling besuchte man die Eröffnung der Lilientalbank. Während des Festes habe der Graf nicht nur mit Ratsherren, Ministerialen und Freunden geplaudert, er sei außerdem an der Seite eines stadtbekannten Kriminellen zu sehen gewesen. Stimmen behaupten, er habe sich mit dem Mann an ein dunkles Plätzchen in der Nähe der Feierlichkeiten zurückgezogen und auffallend lange mit ihm gesprochen. Die Nase gebrochen hätte er ihm, mit einem gezielten Faustschlag, sagen einige "Informierte". Der Caldwell äußerte sich nicht dazu. Allerdings wird relativ übereinstimmend erzählt, im Anschluss an seine Mauschelei mit dem Grafen - oder nach der Abreibung, die der ihm verpasst hätte - sei der Vermummte auf Sibian Wolkenweg losgegangen. Hatte der Ratsherr für Magische Angelegenheiten ihn provoziert? Oder baute der Herumtreiber seinen Frust an ihm ab?


    • Der Abend des 78. Stecklings wurde für einige Bewohner Löwensteins zum unerwarteten Spektakel. Es musste etwa zwischen halb elf und elf Uhr gewesen sein, als eine kleine Gruppe, die zuvor an den offenen Flammen eines großen Lagerfeuers zusammen gegrillt hatte, einige Feuerwerksraketen in die Luft hinauf schoss und den sternenklaren Himmel über der Bucht mit zahlreichen, im wahrsten Sinne des Wortes knallbunten Lichtpunkten füllte.

      Die Caldwell-Geschwister, in Löwenstein praktisch unbekannt, gehörten dazu, zusammen mit einer Asura, die bereits öfter in ihrer Gesellschaft gesehen worden war. Besonders Celia und Rowenna Caldwell waren wohl begeistert von den leuchtenden Blüten am Firmament.

    • Am 79. Steckling empfingen die Caldwells die Komtess von Canstein zum Dinner. Der Wachmann, der sie zum Stadtanwesen begleitete, durfte direkt im Anschluss in den Feierabend gehen. Weit hatte er es ja nicht, und die Dame schien sich keine Sorgen um ihre Sicherheit bei der Familie zu machen. Den halben Nachmittag über hatte man die Köchin des Haushalts bereits in ihrer Domäne singen hören, bis am Abend der Duft von gebratenen Jakobsmuscheln durch das geöffnete Fenster in die angrenzenden Straßen zog. Es war längst nach Mitternacht, als einer der Caldwell-Brüder die Komtess letztlich nach Hause begleitete.

      Am nächsten Vormittag entschied die Jüngste der Familie, dass nun endgültig der Herbst angebrochen war und dekorierte den Hauseingang mit entsprechenden Kränzen und Ziergewächsen. Es war der Hausherr, der zum Abschluss noch etwas dazu stellte: ein breit grinsendes Kürbisgesicht mit lachender Fratze, das Gäste und Angestellte gleichermaßen begrüßte. Etwas lahm fanden das einige Passanten, die das Aufgebot an Schnitzvisagen vor dem Haus der Forells im Nachbarviertel bewundert hatten. Eine schlecht gelungene Nachahmung? Weniger ist mehr, schmunzeln andere - und wundern sich darüber, dass das Kürbisantlitz auf dem Caldwell-Anwesen im Vergleich zu denen bei den Forells wie aus derselben Hand wirkt.


    • Am 82. Steckling besuchten Caldwell-Geschwister die Zeremonie der Götter. Trotz kursierender Gerüchte, zwischen ihrer und der Forell-Familie bestünden gewisse Spannungen, begingen Komtess Seline und sie die Andacht gemeinsam. Die Frau begleitete Rowenna und Jasper Caldwell im Anschluss daran sogar zurück ins Ossa-Viertel. Die Komtess von Canstein war zur Zwiesprache mit den Geweihten im Schrein verblieben.

      Am Abend darauf besuchte Celia Caldwell das Forell-Anwesen. Angeblich zur einer dort stattfindenden Feierlichkeit. Alle Behauptungen von Unstimmigkeiten also nur Gerede? Zumindest wirkte die Caldwell weder auf dem Hinweg angespannt, noch bei ihrer Rückkehr. Im Gegenteil: sie lächelte und schien guter Dinge.

      Streit schien es wohl eher innerhalb der Familie zu geben. Zumindest wird berichtet, Rowenna Caldwell habe im Zorn versucht, ihren Bruder Nathan beim Sonntagsfrühstück in einen Frosch zu verwandeln und hätte ihm zusammen mit ihrer älteren Schwester mit dem Einweckglas gedroht. Das Hauspersonal kann beruhigen: es handelte sich um einen Spaß unter den Geschwistern, bei dem Nathan Caldwell dem Leben als Kröte zwischen Marmeladenbrötchen und Kaffee wohl gerade noch einmal von der Schippe gesprungen war. Warum Nathan seinem Bruder Jasper im Anschluss daran nahezu erleichtert einen Stapel Münzen über den Tisch zuschob, darüber schweigen sich der treue Butler und der Rest der Angestellten allerdings, zum Teil schmunzelnd, aus.


    • Am Abend des 84. Stecklings traf Jasper Caldwell sich mit Neyve Ythiri vom Wandernden Theater. Scheinbar ging es um eine Art Stadtführung, denn der Mann zeigte dem Baumkind mehrere Orte in verschiedenen Teilen von Götterfels und später auch Löwenstein: durch das Ossa-Viertel und den Kronpavillon ging es über die Marktviertel bis zum Rurik zurück. Die quirrlige Sylvari war dabei immer schon einen Schritt weiter als der Aristokrat, doch das störte ihn scheinbar nicht.

      Nach einem längeren Gespräch vor dem götterfelser Opernhaus wechselte das etwas eigentümlich wirkende Gespann durch das Asura-Portal in die Hafenstadt hinüber. In Löwenstein suchte der Graf mit der Schauspielerin das Krähennest auf und hörte sich in ihrer Gesellschaft die Vorstellung einer kleinen Musikgruppe an. In den Deverol-Gärten kaufte er seiner strahlenden Begleiterin angeblich einen Strauß Blumen. An der Reederei Kylarazim endete die Tour. Erst gegen halb drei in der Früh kehrte das Familienoberhaupt zum Stadtanwesen zurück.
    • Am späten Vormittag sah man heute einen Kurier zum Hause der Caldwells gehen und dort ein flaches, mit einfachem Tuch abgedecktes 'Päkchen' abgeben. Dazu gehörte ein kleiner, zusammengefalteter Zettel auf dem in krakeligen Großbuchstaben schlicht "Jasper" zu lesen sowie neben dem Namen die etwas kindliche Zeichnung einer Sonne mit lachendem Gesicht zu erkennen war. Zufällig vorbeigehende Passanten behaupten, das Päkchen habe in der halben Straße einen süßlich-fruchtigen Duft hinterlassen.

      Inhalt des Päkchens


      Entfaltet man den Zettel sind folgende Zeilen in denselben krakeligen Großbuchstaben zu lesen, in denen auch der Empfängername geschrieben wurde:

      Grüße Jasper!

      Ich habe dir und deiner Familie Schneekirschen versprochen also habe ich euch einen Kuchen gebacken. Ich hoffe Rowenna mag sie! Und dass der nette Kuriermensch sich nicht soviel Zeit gelassen hat, damit der Kuchen noch frisch bei euch ankommt!

      Tiri




      Unter der Abdeckung findet sich auf einem einfachen aber großen Keramikteller dann ein noch latent handwarmer Kuchen mit dunkleroter Fruchtfüllung vor. Er duftet nach süßen Kirschen und einer leichten Subnote von frischer Minze. Ein paar lose Minzblätter liegen als Garnitur auf dem Kuchen, sind durch den Transport unter dem Tuch aber vermutlich ein bisschen durcheinander geraten.






    • Am 87. Steckling traf Jasper Caldwell sich mit Albrecht Henning auf dessen Hof in Shaemoor. Etwas ungewöhnlich bei diesem Besuch war der Mann, der ihn begleitete und ein Schaf an einem Strick durch den götterfelser Vorort führte, das am Ende des Gespräches mit dem Landwirt auf dessen Gut verblieb. Es wirkte nicht, als sei der alte Henning von der Übergabe überrascht worden. Scheinbar hatte man sich bereits im Vorfeld miteinander abgestimmt.

      Abgestimmt wurden den Worten einer Hausangestellten nach auch regelmäßige Lieferungen von Obst und Gemüse der Saison sowie verschiedenen tierischen Produkten an das Caldwell-Anwesen. Den Göttern sei Dank: damit fiel einige Schlepperei von den Marktplätzen zum Anwesen von nun an weg.

    • Am späten Nachmittag des 89. Stecklings kam es im Königintal auf Höhe Tonteich zu einem Zwischenfall, an dem ein Caldwell beteiligt gewesen sein soll. Die Berichte über den genauen Hergang unterscheiden sich, klar scheint nur zu sein, dass das Pferd einer Komtess durchging und beinahe mitsamt der Frau einen glücklicher Weise nicht allzu hohen, wenn auch steilen Abhang hinunter gestürzt wäre. Die einen sind sich sicher, dass der oder die Familienangehörige den dunklen Fuchs, um den es sich handelte, auf dem eigenen Pferd vor sich hergejagt haben soll, andere überlegen, ob es nicht möglicher Weise um den Versuch ging, das Tier einzufangen in dem Bestreben, der Reiterin zu helfen.

      Eine geplante Heldentat scheint allerdings unwahrscheinlich, allein schon, weil die Komtess ihr Ross am Ende selbst wieder unter Kontrolle bekommen haben soll. Ein hinzugeeilter Wachposten half, den Fuchs zu sichern. Die Torrens eventuell?

      Vielleicht war es letztlich auch gar kein Caldwell, denn die Geschwister empfingen nur wenige Stunden später geschlossen die Baroness Éconde aus dem Ministeriumsressort für Kultur zum Dinner in ihrem Stadtanwesen. Um in der kurzen Zeitspanne von Tonteich bis nach Götterfels zu gelangen, hätte man allerdings wie Dhuum persönlich reiten müssen.


    • Am Opernabend wurden die Caldwell-Geschwister neben zwei Gästen nach langer Zeit auch wieder durch die Baroness Finnegan begleitet. Es schien, als hätte die Frau die Stadt aus familiären Gründen eine Zeit lang verlassen müssen. Etwas blass hätte sie gewirkt, sagen manche, aber auch erleichterter als zu dem Zeitpunkt, als sie Götterfels vor einigen Wochen den Rücken gekehrt hatte. Zum ersten Mal sah man Celia Caldwell im Opernhaus. Ihre angeschlagene Gesundheit hatte es nicht zugelassen bis dahin, eine Vorstellung zu besuchen.

      Am letzten Stecklingstag stattete Jasper Caldwell, auch zum ersten Mal seit längerem wieder die Torrens im Hintergrund, erneut dem Henningshof einen Besuch ab. Allerdings war er dieses Mal lediglich >Eskorte< für Diarmai Hogan, die ein Tier dort besuchte. Der strömende Regen hielt sie nicht davon ab; es gab ja (rote) Schirme (mit schwarzen Punkten).

      Am 2. Koloss sah man das Familienoberhaupt mit einer unbekannten Dame in der Stadt unterwegs. Sie sollen eine kulturelle Einrichtung besucht haben und dabei von einem etwas untersetzt wirkenden Wachmann begleitet worden sein, der offenkundig zu der Frau gehörte, nicht zum Caldwell-Haushalt.


    • Am 3. Koloss sah man Jasper Caldwell mit der angeblich verschwundenen Forell zusammen. Ob in einem Gasthof in Tonteich oder einem nahe der alten Wildhüterstation, da wird man sich nicht ganz einig. Ein Zufallstreffen muss es gewesen sein, denn beide wirkten mehr als überrascht, einander zu sehen. Von einem Gespräch im Schankraum hielt sie das nicht ab. Ernst der Erbgraf, zwischenzeitlich beinahe wütend die Komtess. Hat der Mann sich mit seinen Äußerungen unbeliebt gemacht oder die Frau von etwas berichtet, das sie sehr aufgewühlt haben muss? In jedem Fall ist es eine recht rustikale Unterkunft für eine adlige Dame auf Reisen.

      Am Wochenende brachten Nathan und Rowenna Caldwell von einem der ersten Herbstmärkte eine Strohfigur mit, die seitdem bei der Familie im Garten steht. Es muss ein eher grobes, nicht besonders ansehnliches Exemplar sein, das von Vale Caldwells Jagdhund schon einige Male angebellt wurde. Als Vogelscheuche kann die Figur nicht gedacht sein, denn die Dohlen, die seit Dienstantritt von Devin Jackdaw am Haus leben, machen sich herzlich wenig daraus.

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    • Es ist stetiges Kommen und Gehen im Hause Caldwell. Dieser Tage sah man vor allem Brückenoberhaupt Levi Iorga, aber auch Gäste aus dem Ministerium wie die Gräfin Stark oder die Baroness Éconde am Stadtanwesen. Zwischenzeitlich war eine Asura vor Ort, die nicht zum ersten Mal im Ossa-Viertel gastierte, und die Familie übernahm erneut eine Austeilung von Mahlzeiten für die Futterluke.

      Gerüchte besagen außerdem, die Baroness Finnegan sei in die Stadt zurückgekehrt. Dem erkrankten Vater scheint es also endlich wieder besser zu gehen. Dennoch war am letzten Abend der vorangegangenen Woche ein Melandru-Geweihter im Haus. Er wurde jedoch nicht vom Hausherrn oder der Gesellschafterin empfangen, sondern schien ein Gast von Rowenna Caldwell gewesen zu sein.
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      Am 18. Koloss besuchte die Familie Caldwell die Zeremonie der Götter. Besonders erfreut war man über die Anwesenheit der Melandru-Geweihten, stellte die Göttin von Erde und Wasser doch die Schutzpatronin des Hauses. Nach der Andacht trat der Erbgraf gemeinsam mit der Baroness Éconde an Priester Ceres und Novizin Niemietz heran, um ein Gespräch mit ihnen über das anstehende Erntedankfest zu führen.

      Während Vale Caldwell zur Verblüffung einiger anderer Schreinbesucher auf eine Zigarette mit Ratsherr Wolkenweg am Rand der Palastgärten zusammen kam, unterhielten sich seine jüngere Schwester Rowenna und die Baroness Finnegan mit der Komtess Forell, die ebenfalls in die Stadt zurückgekehrt zu sein schien.
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      Am 19. Koloss nahm das Haus Caldwell am krytanischen Erntedankfest teil. Als Mitglied des Veranstaltungsausschusses eröffnete Jasper Caldwell im Anschluss an Baroness Écondes Begrüßungsrede das Festessen. Celia Caldwell teilte zusammen mit der Baroness Finngean den Eintropf aus dem großen Kessel aus und betreute gemeinsam mit ihr das Buffet, das aus zuvor abgegebenen Spenden bestand. Unterstützung beim Getränkeausschank fanden sie dabei durch Opal Senshi, die alle Hände voll damit zu tun hatte, Gläser aufzufüllen und Flaschen auszutauschen.

      Rowenna Caldwell fertigte mit Gräfin Sheryna Stark und interessierten Besuchern Stroh- und Maisblattpuppen an, die später dem Erntefeuer übergeben wurden. Leibgardistin Olivia Torrens sorgte für Ordnung und Sicherheit auf dem Platz. Die Angehörigen des Hauses gehörten mit zu den letzten, die den Veranstaltungsort verließen. Am frühen Morgen des darauffolgenden Tages kehrte das Oberhaupt dorthin zurück, um etwas von der Asche entgegen zu nehmen. Wenig später brach Nathan Caldwell aus Götterfels in Richtung der Harathi-Hinterlande auf.

      Am Abend empfing der Erbgraf einen elonisch anmutenden Mann. Es muss eine imposante Erscheinung gewesen sein, bewaffnet mit einem Großschwert, aber offenbar erwartet, denn er wurde direkt herein gebeten. Es heißt, pünktlich zur siebten Stunde hätte er zu Wochenbeginn bereits erneut vor der Tür gestanden. Wurde das Wachpersonal um eine Kraft erweitert?