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    Die einsame Rose

    Einst war sie eine von vielen,
    ein rotes Meer aus Blüten
    Dornen an den grünen Stielen,
    sie anzufassen man sich hüten

    An der Hauswand hoch hinaus,
    wuchsen sie im Frühjahr
    Doch nun im Winter ist es aus,
    keine Rose mehr zu finden war

    Im Sommer war das Meer noch rot,
    so rot wie ihre Lippen
    Im Winter nun wirkt alles tot,
    die Dornen im Winde wippen

    Doch dort was sehen meine Augen,
    tief versteckt hinter den Dornen
    Etwas rotes ich kann es kaum glauben,
    Dornen die ein Gefängnis formen

    Rot wie das Blut das in den Adern fließt,
    Rot wie der Himmel wenn die Sonne untergeht
    Eine Rose mir ins Auge schießt,
    scheint sie die Letzte und nicht fortgeweht

    Doch scheint sie nicht am Leben,
    erfroren durch des Winters Eis
    Meine Hand will ich ihr geben,
    will sie befreien leis

    Eine Berührung und sie zerbricht,
    zerbricht in tausend rote Eiskristalle
    Der Dorn mir in dem Finger sticht,
    ein Tropfen Blut hinab nun falle

    Ich konnte sie nicht retten,
    hab viel zu lang sie nicht
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    Verzauberte Augen

    Ich weiß nicht was mich an diesem Morgen weckte. Die Sonne war es nicht, denn es war noch dunkel und das Bett war warm. Eingekuschelt in den dicken Daunenbettdecken welche mit feinsten Seidenbezügen überzogen waren und dem Körper dieses wundervolle Gefühl gaben. Doch war es nicht die Seide welches mir dieses wunderschöne Gefühl gab. Es war der warme Körper welcher neben mir lag. Die Wärme des Mannes in dessen Armen ich lag und welcher noch fest schlief. Ich blinzelte leicht und konnte sein Antlitz immer klarer erkennen und ein Lächeln schlich sich auf mein Gesicht. Ich erinnerte mich noch genau an den ersten Moment wo ich ihn erblickte und seine weißen Augen mich anschauten. Flüchtig zuerst und später eindringlich als wir die ersten Worte wechselten. Augen welche einen durchdringen und man in ihnen versinkt wenn man nicht acht gibt. Augen welche nun noch geschlossen waren und vor mir verbogen im reich der Träume schlummerten. An dem Tag an dem ich ihn… [Weiterlesen]
  • Übervorsichtig und langsamer als jeder Greis hangelt er sich die hohen schmalen Treppenstufen hinab. Er zwingt sich, nicht nach unten zu sehen und seinen starren Blick auf die Schritte vor seinen Füßen zu heften. Die Stufen sind unterschiedlich hoch, teils aus Stein geschlagen, teils nur aus dem Erdreich geformt und von morschen, abgetretenen Holzbrettern in Form gehalten. Die Grasbüschel auf den Stufen sind weiß überzogen, denn der morgendliche Tau ist zu dieser kalten Jahreszeit gefroren und die Sonne steht noch zu tief am Horizont um den Boden zu wärmen. Er befürchtet, dass auch das Holz von einer Eisschicht überzogen sein könnte. War es eine schlechte Idee, auch diesen Morgen hier her zu kommen? An manchen Tagen meidet er die endlose, schmale Treppe und nimmt den großen Umweg über den Hafen. Auch der Weg in die Mitte der Siedlung ist grausam, denn manche Gassen bestehen nur aus Holzstegen die über den anderen Häusern schweben, aber von der Hauptstraße aus führt ein… [Weiterlesen]
  • Der Schnee knirscht geräuschvoll unter ihren Füßen. Unwillkürlich kamen dem Norn Erinnerungen an früher. Die erste Jagd mit seinem Vater. Havar wusste noch wie verzweifelt er war, dass jedes Tier ihn immer hören konnte. Es frustrierte ihn sich nicht anschleichen zu können auf einem Untergrund der immer etwas zu erzählen hatte. In Gedanken sah er das Gesicht seines Vaters vor sich. Warm die Farbe der Augen und doch lag so viel Strenge im Blick des einztigen Rudelführers. Es hatte lange gebraucht bis Havar verstand das - -sich anschleichen im Schnee- gleichbedeutend war mit - die Geräusche für sich zu nutzen-. Werde eins mit den Geräuschen der Natur und du bist unsichtbar für jedes Ohr. Neben dieser Lektion hatte Tindur seinem Zweitgeborenen noch weiteres Wissen in all den Jahren mitgegeben. Nach so vielen Wintern ohne den Legendenschreiner war jetzt die Zeit gekommen in der Havar begriff seinem Vater ähnlicher zu sein, als er das je werden wollte. Besonders seinem… [Weiterlesen]

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