Artikel

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Verluste



    „Scheiße...“ Fiora faucht das Wort nahezu aus zusammen gepressten Zähnen heraus. Den Brief zerknüllt sie beinahe erneut in der sich schließenden Faust. Für einen Moment schließt sie ebenfalls ihre Augen und atmet tief die salzige Luft des Meeres ein. Stößt diese kurz darauf wieder scharf heraus. „Ich mochte die Arbeit dort...“



    Die Sonne steht bereits tief über dem glatten Horizont. Mit den letzten, kräftigen Strahlen taucht die Sonne den Himmel in ein tiefes Orange. Lediglich vereinzelt halten sich dickere Wolken am Himmel. Möwen kreischen in der Nähe, heben über das Wasser hinweg ab und setzen sich einige hundert Meter am Strand entlang auf ein altes Ruderboot. Der Wind weht beständig, doch vollkommen ruhig. Eine sanfte Meeresbrise, welche das Salz und den Geruch des nahen Meeres mit sich trägt.

    Fiora atmet die Luft tief ein, während sie auf einem alten Stamm sitzt, welcher schon vor einer Ewigkeit hier am Strand platziert wurde. Sie hatte die Stiefel abgestreift und
    [Weiterlesen]


  • Der Wald gefiel ihr nicht, befand Gavra am zweiten Tag ihrer Reise. Auch wegen Bluthetzer. Die Hyäne verhielt sich unruhig, schnüffelte viel und schlief wenig. Die brüchige Straße durch den Dschungel lag still vor ihnen, geradezu ausgestorben. Das mochte an den Überfällen liegen – doch Gavra selbst war überzeugt, dass es an den trägen, stinkenden Schwaden lag, die aus dem Sumpf aufstiegen. Nur die schlimmsten Skalbrutgruben konnten mit dem Duft konkurrieren. An diesem Ort vermisste Gavra die harten ascalonischen Winter.

    Die vereinzelten patrouillierenden Löwengardisten wirkten angespannt, obwohl sie von keinen weiteren Angriffen gehört hatten. Abgesehen von Trollen. Stinkenden, fressenden Dschungeltrollen.

    Gavra wusste nicht, was sie suchte. Das war nicht ungewöhnlich, aber es machte ihre Arbeit nicht einfacher. In dem provisorischen Außenposten voller Moskitos, Schlamm und fauligem Holz hatte ihr niemand weiterhelfen können. Es gab keine Anwohner. Niemand… [Weiterlesen]
  • Thimorn starrte Riotea mit einem so festen und ernsten Blick an, dass sie verwirrt war. So war er noch nie. Weder nach der Sache mit seinen Erinnerungen aus Maguuma, noch nach dem ihm der Dämon ausgetrieben wurde. Priesterin Nara Dachs hatte sich schon die ganze Zeit um die Patienten im Hospital gekümmert und war gerade bei Thimorn angekommen. Dass er sie ansprach empfand Riotea als nicht ungewöhnlich. Bis sie seine Worte hörte.
    Vermählt uns bitte. Jetzt. Hier. Ohne Brimbamborium.”
    Priesterin Dach sah ihn argwöhnisch an.
    “Warum?”
    Mit großen Augen, Fassungslos und fast panisch starrte RioteaThimorn an. Sie hatte die Worte verstanden und wusste genau was sie bedeuteten.
    “Warte... Was? Hier? Im Hospitz? M-Moment... und... und die Hochzeitsgardrobe?”
    Es war nicht, weil sie ihn nicht heiraten wollte oder kalte Füße bekommen hätte, es war das plötzliche was sie so aus der Fassung brachte.
    “Ich bin Soldat und wie meine Verlobte gerade sagte, sie soll nicht Witwe sein, bevor wir überhaupt[Weiterlesen]
  • Bienchen, X
    Tagebuch der werdenden Mutter Celeste Vanhoven

    Du bist noch so klein wie ein Fingerglied deines Vaters. So klein, aber wir freuen uns so riesig auf dich.

    Schätzungsweise bin ich mit dir in der Elften Woche. Ich bemerke immer mehrere, kleine Details seitdem ich weiß das ich dich in mir trage. Selbst deinem Vater fallen diese Kleinigkeiten auf. Für gewöhnlich habe ich kalte Gliedmaßen, aber durch dich arbeitet mein Körper auf Hochtouren. Das Blutvolumen hat sich erhöht und zu meinem Gunsten habe ich ausnahmsweise mal häufiger warme Hände und Füße.

    Und ich habe durst, aber auch das ist nicht schlimm. Mein Körper gibt mir die Signale die ich benötige um alles richtig zu machen, damit du in mir heranwachsen kannst. Jedes Signal bekommt seine Aufmerksamkeit, damit es dir an nichts mangelt, Bienchen.

    Es ist schön, zu wissen das du lebst und ich diese Anzeichen habe und auch kleine Wehwehchen erleide. Du bist da. Das macht mich glücklich. Das kann mich über jede Morgen
    [Weiterlesen]

Blogs