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  • Anzumerken ist, dass die Menschen entweder geködert oder vernichtet werden müssen. Für geringfügige Beleidigungen rächen sie sich; bei schwerwiegenden sind sie dazu nicht in der Lage. Jede Verletzung muss also so zugefügt werden, dass die Angst vor Rache gleichzeitig eliminiert ist.
    –– Machiavelli ––






    1324 n.E.


    Carcair sah sich um. Diese Position war nicht direkt schlecht – er konnte die Straße überblicken, über die sich die anderen bewegten. Felsen, Bäume, regennasse Blätter, ein paar einzelne Rufe exotischer Vögel. Leider verdeckten die Bäume und Felsen auch stellenweise den Blick auf den Pfad.

    Er zog eine Schnute, während er sich positionierte. Seine Befehle hinderten ihn daran, sich einen besseren Ort zu suchen. Zu viel Anleitung hatte ihm schon bei den Hainhütern geschadet. Vielleicht brauchten die anderen Dummköpfe jemanden, der ihnen alles mit kleinen Löffeln fütterte – Carcairs Effektivität behinderte es nur.

    Aber damit musste er sich arrangieren. Zumindest heute.… [Weiterlesen]



  • Die Ballade von Rosmarin und Thymian - Kapitel 3: Der Traum besteht, Ewiglich



    Sylvari werden nicht geboren. Sie erwachen aus einen Traum, der ihr Sein bestimmt und verfolgt.
    So wie auch der Traum von Rosmarin und Thymian. Sie träumte von einem ewigen Band voller Gefühl und Geborgenheit, er jedoch von einen fernen Wald, Ranken und Dornen und setzte alles daran, viel über diesen Ort zu erfahren und auch dorthin zu reisen. So stark die Zuneigung beider Sylvari zueinander war, das Schicksal trennte sie, doch nur physisch. Emotional waren sie immer noch eins. Jeder von ihnen dachte an den anderen. Gebunden an ein Versprechen, immer für den anderen da zu sein, ihn zu beschützen und stets darauf zu achten, das Band zu bewahren. Rosmarin entwickelte sich zu einer loyalen und disziplinierten Hainhüterin, schlug sogar die Laufbahn eines Hainhüter-Schilds ein, um jene zu schützen, die ihr lieb waren. Thymian sammelte auf seiner Reise Geschichten und Lieder, lernte fremde Kulturen… [Weiterlesen]
  • Weil du

    Weil du
    es sehen willst,
    male ich
    dieses Bild.
    in deinen Kopf.

    Weil du
    es hören willst,
    beflügeln
    meine Worte
    dein Gehör.

    Weil du
    es fühlen willst,
    tanzen
    meine Hände
    über deinen Leib.

    Weil du
    es schmecken willst,
    bette
    ich meine Lippen
    auf Deine.

    Weil du
    mich so haben willst,
    gebe
    ich dir all dies.

    Weil du
    niemals wissen wirst,
    was du da eigentlich
    besitzt.
    Mich.
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  • Der Gegenwind treibt Schnee wie tausend eisige Nadeln in sein bleiches Gesicht. Die weiße Welt liegt still und verstorben da, nur in den Ohren zweier Jäger dröhnt das Blut, kocht der heiße Schmerz. Ein weißer Hengst und sein fahler Reiter donnern den Hang hinab, kämpfen sich durch die lähmende Decke die das Feld begräbt und durch den blassen Vorhang aus tobenden Flocken. Nur eine schmale Fährte, die Spuren langer dünner Beine im Schnee weisen ihnen den Weg. Die Kälte des Koloss ist grausam dieses Jahr und doch steht ihnen der Schweiß in den Pelzen und gefriert, wo er den kalten Wind berührt, zu glasigen Perlen. Der Hunger seines Reiters und seine eisernen Sporen treiben den Schimmel im Galopp über die Grenze seiner Erschöpfung hinaus, bis an den Rande des Wahnsinns. Unter dem Sattel des Mannes bebt das Fleisch, er spürt die Pein in seinen klammen Fingern, die sich bei diesem wilden Ritt mit Mühe festhalten müssen und er fühlt auch die Hitze, das schnelle Herz, den… [Weiterlesen]
  • Staub

    Sonne strahlt durch das Fenster und in diesem Licht sehe ich den Staub in der Luft tanzen. Das Staub so schön aus sehen kann ist wirklich erstaunlich und doch ist es das unwiderrufliche Zeichen das es Zeit wird zu putzen. Staub, er kommt und man wischt ihn weg. Es dauert nicht lange und er ist wieder da. Wie ein alter Freund der einen jede Woche besuchen kommt und doch mag man ihn nicht. Wie eine Routine geht man durch die Wohnung um jede Fläche von ihm zu befreien dem alten Freund der Staub. Auch ich putze wieder einmal und befreie die Heiligtümer der Wohnung von dem grauen Pelz. Wenn Staub nicht in der Sonne tanzt sieht er so grau aus wie eine Maus. Schon interessant wie so was einfaches so viele Fassetten haben kann. Gibt es auch unsichtbaren Staub, ging mir ein Gedanke nicht mehr aus dem Kopf.

    Vor einem Jahr, verbrachte ich Weihnachten bei meiner Schwester und ihrem Verlobten. Liebe zu dieser besinnlichen Zeit lag in der Luft und tanzte sicherlich genauso wie der Staub… [Weiterlesen]
  • „Ich bin zornig darüber, dass ich es weiß!“

    „Ich bin froh, dass ich es weiß.“

    „Ich bin nicht hier, um zu wüten oder zu zürnen.“

    „Ich war so dämlich und hab mir Dinge erhofft, die so nie zu Stande kommen werden.“

    „Wenn der Sturm aufhört zu wehen, dann ist er nichts mehr.“

    „Du schuldest mir nichts. Nichts außer dem roten Haar und der Kraft eines echten Riesen.“

    Sorgfältig rücke ich die Riemen meiner Kleidung zurecht. Es ist wichtig, dass alles gut sitzt. Der Waffengürtel muss geprüft werden. Die Worte von gestern Abend hängen in meinem Kopf, als würdest du noch hier in der Hütte stehen. Es schmerzt mich. Und ich weiß, dich schmerzt es auch. Doch ich bin stur. Und ich bin so zornig. Auf dich, auf meinen Bundkerl, auf meine Mutter. Aber es stimmt. Ich habe mich in etwas verrannt, was du mir so nicht geben kannst. Es ist nicht dein Wesen so zu sein. Der Gedanke war zu schön und durch ihn habe ich vergessen, was viel wichtiger ist. Du bist nicht Varg. Du bist nicht dieser Pa,
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  • Die einsame Rose

    Einst war sie eine von vielen,
    ein rotes Meer aus Blüten
    Dornen an den grünen Stielen,
    sie anzufassen man sich hüten

    An der Hauswand hoch hinaus,
    wuchsen sie im Frühjahr
    Doch nun im Winter ist es aus,
    keine Rose mehr zu finden war

    Im Sommer war das Meer noch rot,
    so rot wie ihre Lippen
    Im Winter nun wirkt alles tot,
    die Dornen im Winde wippen

    Doch dort was sehen meine Augen,
    tief versteckt hinter den Dornen
    Etwas rotes ich kann es kaum glauben,
    Dornen die ein Gefängnis formen

    Rot wie das Blut das in den Adern fließt,
    Rot wie der Himmel wenn die Sonne untergeht
    Eine Rose mir ins Auge schießt,
    scheint sie die Letzte und nicht fortgeweht

    Doch scheint sie nicht am Leben,
    erfroren durch des Winters Eis
    Meine Hand will ich ihr geben,
    will sie befreien leis

    Eine Berührung und sie zerbricht,
    zerbricht in tausend rote Eiskristalle
    Der Dorn mir in dem Finger sticht,
    ein Tropfen Blut hinab nun falle

    Ich konnte sie nicht retten,
    hab viel zu lang sie nicht
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  • Verzauberte Augen

    Ich weiß nicht was mich an diesem Morgen weckte. Die Sonne war es nicht, denn es war noch dunkel und das Bett war warm. Eingekuschelt in den dicken Daunenbettdecken welche mit feinsten Seidenbezügen überzogen waren und dem Körper dieses wundervolle Gefühl gaben. Doch war es nicht die Seide welches mir dieses wunderschöne Gefühl gab. Es war der warme Körper welcher neben mir lag. Die Wärme des Mannes in dessen Armen ich lag und welcher noch fest schlief. Ich blinzelte leicht und konnte sein Antlitz immer klarer erkennen und ein Lächeln schlich sich auf mein Gesicht. Ich erinnerte mich noch genau an den ersten Moment wo ich ihn erblickte und seine weißen Augen mich anschauten. Flüchtig zuerst und später eindringlich als wir die ersten Worte wechselten. Augen welche einen durchdringen und man in ihnen versinkt wenn man nicht acht gibt. Augen welche nun noch geschlossen waren und vor mir verbogen im reich der Träume schlummerten. An dem Tag an dem ich ihn… [Weiterlesen]