Belladonna

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  • Vorwort:


    Das wollte ich lange schon schreiben, endlich die Zeit gefunden. Eher ein Dialog als eine Geschichte. Eventuell etwas verdreht. Ich wünsche trotzdem Spaß beim lesen.

    Belladonna

    „Ich empfinde nichts für dich.“ Worte die wie Gift von ihren Lippen tropften. Ungläubig starrte er sie an, suchte in den seltsam großen dunklen Augen ein Anzeichen das sie das Gesagte nicht so meinte. „Aber...ich habe dir alles gegeben was eine Frau sich wünschen kann! Edles Geschmeide, wertvolle Öle, exotische Blumen, alles was das Herz einer jeden Frau höher schlagen lässt! Wie kannst du da nichts für mich empfinden?“ Aufgebracht strich er sich durch das Haar. Sie seufzte: „Wie kannst du glauben, dass nur weil du mich mit Geschenken überhäuft hast, so etwas wie Gefühle in mir entfacht werden könnten? Jedes deiner Geschenke bedeutete mir nichts. Schmuck, Pralinen, anderer Tand den du mir gesandt hast, nichts davon hatte einen Wert für mich. Du kennst mich nicht, weißt nicht was mir gefällt, aber redest von Liebe?“ Tadelnd hob sie eine Augenbraue: „Du hast noch so viel zu lernen, ich bin nicht wie deine Püppchen denen du sonst den Hof machst.“ Mürrisch knirschte er mit den Zähnen, er würde noch nicht aufgeben. „Was muss ich tun um dir zu beweisen, das es mir ernst ist? Ich würde alles für dich tun! Ich gebe dir mein Herz!“ Fast schon ein wenig verzweifelt suchte er ihren Blick. „Oh, wirklich?“ mit plötzlichem Interesse schaute sie ihm fest in die Augen und streckte ihm ihre flache Hand entgegen: „Gut. Dann tu das. Gib es mir. Jetzt.“ Verwirrt und ein wenig zweifelnd sah er auf ihre Hand: „Was? Das...das kann jetzt nicht dein Ernst sein.“ Er strich sich wieder durchs Haar um seine sich aufbauende Nervosität zu überspielen. Wo war er da nur hinein geraten. Aber er wollte diese Frau. Wollte sie sein Eigen nennen. Keine hatte in jemals zurück gewiesen. Auch sie würde noch früh genug seinem Charme erliegen. „Natürlich nicht, nur ein kleiner Scherz“, ein amüsiertes Lächeln, welches nicht so recht die Augen erreichen wollte, umspielte ihre Lippen während sie langsam die Hand wieder sinken lies. „Wie weit würdest du gehen um meine Gunst zu erwerben?“ „Alles! Ich würde alles tun! Du willst die Juwelen der Königin? Ich bring sie dir! Eine Knospe des Blassen Baumes? Ich eile sofort damit du dich damit schmücken kannst!“ fast schon bettelnd sah er sie nun an, „sag mir einfach was du willst und ich tu es!“ Mühsam unterdrückte sie ein Augenrollen, er hatte nichts begriffen. Nun denn. „Eine Sache gibt es mit der du mir wirklich größte Freude bereiten könntest, mir beweisen könntest das du würdig bist mich an deiner Seite zu haben.“ Hoffnung machte sich in seinem Gesicht breit: „Ja? Sag es mir. Was auch immer es ist ich mach es.“ „Draußen vor den Toren der Stadt, tief im Sumpf, da streifen sie umher. Aatxe. Bring mir ein Horn. Bring mir das Horn eines Aatxe.“ Unglaube erfasst ihn, ein Hauch von Angst war auch dabei:“ Das...Horn...eines...Aatxe? Die Biester aus der Unterwelt die den Gottlosen Sumpf durchstreifen?“ Sie nickte langsam. Ein hysterisches Kichern entwich seiner Kehler: „Das ist Selbstmord!“ „Oh, ich dachte ich bedeute dir so viel. Und das du alles für mich tun würdest. Waren das nicht deine Worte? Und da kannst du mir nicht diesen kleinen Gefallen tun?“ enttäuscht wandte sie sich von ihm ab. „Warte!“ er griff nach ihrem Arm , hielt sie zurück, „ich bringe dir das Horn. Aber versprich mir wenn du es hast, das du die meine sein wirst.“ Sie sah ihn nicht an als sie antwortete: „Natürlich werde ich das....“

    Drei Wochen später saß sie an ihrem Schreibtisch, vor sich ein kleines Büchlein aufgeschlagen. Resignierend strich sie darin einen Namen durch. Er war nicht zurück gekommen. Kein Horn für sie. Schade. Geistesabwesend griff sie in ein kleines Schälchen was neben ihr stand, fischte mit den Fingerspitzen eine der kleinen glänzend schwarzen Beeren die darin lagen heraus und schob sie sich zwischen die Lippen. Er war ein vielversprechender Kandidat gewesen, aber seis drum. Ein anderer würde kommen und dem Gift der Belladonna erliegen. Sie lächelte als die Beere in ihrem Mund zerplatzte uns sie sich dem süßen Wahn hingab.



    "Yaklight - Bis(s) zur Morgenfütterung"

Kommentare 4

  • Nia! -

    Ich kann mich Travon nur anschließen. Sehr stark und fesselnd. Ich hatte jedenfalls meinen Spaß beim Lesen. Top!

  • Travon -

    Das gefiel mir sehr gut. Du hast da ein paar sehr starke Sätze drinnen. Ein paar sehr starke Umschwünge, die ich wirklich mochte. Natürlich hast du kein Geheimnis daraus gemacht, wo die Reise hingeht. Aber das muss man auch nicht immer, um einen Text interessant zu halten. Deine Formulierungen zeigen, dass du das Ganze sehr genau durchdacht hast. Ich empfand es nicht als verdreht. Es hat Spaß gemacht, sich diese Zeilen durchzulesen.