Der Regen davor

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    Man hörte die Regentropfen auf den die Straßen von Götterfels trommeln wie eine seichte Melodie, gemischt mit dem Knattern und Knarren von Kutschen Reifen und das Klackern von Pferdehufen, ergab dies ein Lied dem die meisten Bewohner der Stadt in ihren Häusern zu entkommen versuchten. Hier und da sah man vereinzelte Personen in Regenmänteln und unter Regenschirmen.
    Die Nacht war unheimlich, eine junge Frau im Kleid und in einem roten Regencape war das auffälligste in der Dunkelheit. Schniefen und schluchzen hörte man sie im verbogenen ihrer Kapuze . Sie weinte bitterlich und der Himmel mit ihr. Schwermütig und langsam war ihr Gang, ihr Haupt gesenkt. Man sah ihr an das sie nicht ganz wusste wohin sie will, bis es sie letztendlich an das Haus der befreundeten Bauunternehmer- Zwillinge trieb.

    Verheult wie sie war, kam sie dort an dem dunklen Gebäude an, in dem anscheinend niemand mehr wach war. Trotzdem klopfte sie an der Türe und hoffte inständig das jemand diese für sie öffnet. Doch nichts. Sie lehnte ihre Stirn verzweifelt an die Holztür des Hauses an und lies die Schultern niedergeschlagen hängen. So verweilte sie einige Herzschläge im Laternenschein, mit der rechten Hand an die Türklinke, während der Regen ihr Umhang langsam durchnässte. Schlussendlich trennt sie sich von der Türe und sie zog weiter in ein anderen Teil der Stadt, dort hoffte sie auf ihre Freundin zu treffen. Sie war schon gänzlich Nass, der Regen prasselte immer mehr und mehr aus den düsteren Wolken vom Himmel hinab. Ihre Beine trugen sie völlig automatisiert an einigen Tavernen vorbei in denen ausgelassene Feierlaune herrschte, in denen die Rüpel oft eine Schlägerei anfingen und dadurch hinausgeworfen wurden. Manchmal hat man sogar Wetten gesetzt, wer wohl als erstes raus fliegen wird. Oft verbrachte sie Abende mit ihren Freunden in solchen Tavernen, aber nun plagte sie ein Geheimnis wovon sie eigentlich keinen was erzählen will, aber sie muss.

    Gerade jetzt, wo es ihr so schlecht ging, nur sie darf es nun wissen. Kein Anderer. Am Haus angekommen, völlig durchnässt klopfte sie mit viel Überwindung an der hölzernen Türe im Nachtigallweg. Das Licht im oberen Stockwerk geht an und die bekannte Opernsängerin öffnete die Türe. Sie muss die Schneiderin Orianna Jones nur eine Sekunden anblicken um zu wissen das es ihr nicht gut geht. Und so legte die in einen Seidenmantel gekleidete aparte Dame beide Arme um die nasse, niedergeschlagene Frauengestalt die sich an die Schulter ihrer Freundin lehnte und dort ihre verrotzte Nase abwischte. Immer wieder erinnerte sich Orianna an die Sätze einer gewissen Person und dabei rinnen ihr mehr die Tränen über die Wange.

    ''Was ist denn los mein Herz?'' fragte Renata besorgt. Orianna hingegen löste sich etwas aus der Umarmung und versuchte es ihr zu sagen, doch es wollte nicht über ihre Lippen kommen. So fuchtelte sie mit den Händen vor sich irgendwas zusammen. Tränen überströmt rutschte es ihr dann aber doch heraus.

    "Ich muss dir was sagen, was keiner über mich weiß..."
    Nach diesen Satz nahm Renata, ohne zu zögern die durchnässte
    junge Frau mit ins Haus und schloss die Türe hinter sich.

Kommentare 7

  • Minna -

    Alle loben hier.. bin ich die einzige die neugierig geworden ist? O.o

    Das arme Rotkäppchen.

  • Motte -

    Das ist wunderschön. Sehr traurig, aber wunderschön. Ich mag das Bild der Umarmung der beiden Freundinnen.

  • Travon -

    Eine sehr greifbare Stimmung, sowohl das Stadtbild wie auch ihre Niedergeschlagenheit und Verzweiflung. Ihre Trauer.
    Es ist aber auch ein schöner Abschluss, dass man den Charakter ankommen sieht bei jemandem, der für ihn da sein wird. Ein kleines Aufatmen. Gefiel mir.

  • Vetkin -

    Wegen dir werde ich die Tage auch noch eine Geschichte mit schön viel Regen und Gewitter schreiben! Ich kann das Prasseln fast schon auf meinen Fenstern hören, echt stimmungsvoll rübergebracht <3