Demut

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  • „Nein, ihre Aussage hier ist völlig unangebracht. Sehen Sie das ein?“ Der Rektor schaut von seinen Unterlagen zu mir auf. Im Raum ist seit kurzer Zeit völlige Stille. Der Auslöser bin ich, oder zumindest das was ich sagte. So ganz genau weiß ich auch nicht mehr, was ich gesagt habe. Meine Mitnovizen und ich saßen in einer Debatte um…irgendwas. In der hitzigen Diskussion habe ich ein Argument vorgebracht, dass auf die häufige „krankheitsbedingte“ Abwesenheit einer Mitnovizin verwies. Ihre Kopfschmerzen kommen einfach immer zur rechten Zeit, so dass ihre Arbeit jemand anderem zufällt. Dazu versucht sie sich häufig besser darzustellen als sie tatsächlich ist. Ich habe das Gefühl, dass es ihr gefällt, wenn ich gleichzeitig weniger gut dastehe. Diese meldet sich jetzt natürlich schwingt ihren Hintern aus ihrem Stuhl und stellt sich vor mir auf. „Wir machen hier kein argumentum ad hominem! Meine Migräneanfälle tun hier nichts zur Sache.“ Giftet sie mich mit ihren tiefdunklen Augen an. Wenn sie lange Haare zum Zurückwerfen hätte, würde sie das in diesem Moment auch tun. Ihre krausen, elonischen Haare sind nun mal kurz. Ich schaue zurück zum Rektor, der meine Verärgerung missbilligend zur Kenntnis nimmt. Mein stolzes Herz rebelliert. Ein Blick zu den anderen Novizen reicht und ich merke, dass ich im Unrecht bin. Was für ein garstiges Gefühl.

    „Das war…ein Fehler, tut mir leid.“ Presse ich hervor. So schlimm war es doch nicht den Fehler einzugestehen, denke ich. Die Rebellion in meinem Herzen schweigt still und ich kann wieder atmen. Ich neige den Kopf vor meiner Rivalin und dem Rektor, dann begebe ich mich wieder auf meinen Platz.


    Ich wünsche euch allen einen schönen Tag!

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