Nicht meine Erinnerung V – Ihr Ende

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Kraftlos kämpfte Riotea gegen die Müdigkeit an, Thimorns Körper schien schwerer und schwerer zu werden. Riss sie auf die Knie runter.
    Rose: “Ja, leg dich nieder. Schlafe. Du hast so lange gekämpft. Sollen andere nun kämpfen und den Eisdrachen besiegen...”
    Langsam trat Rose auf Riotea zu, ihre Stimme wie das Schlaflied einer Göttin. Die Augen fielen Thimorn zu. Aber erst als ihre Worte in Rioteas Ohren widerhallten, viel es ihr auf.
    Rose: “So ist es gut. Schließe deine Augen.”
    Sharatur: “Steh auf! Bleib wach! Höre nicht auf diese Stimme!”
    Fast panisch zerrte Sharatur an ihm herum, schrie ihn an. Aber seine Augen waren zu, als er Sharaturs Pranke aus seiner Hand zu verlieren drohte und noch weiter zu Boden sank.
    Riotea: “Eisdrache?”
    Ihre Stimme flüsterte fast, aber es war ihre, nicht Thimorns.
    Riotea: “Komm her, du Venusfliegenfalle!”
    Statt schlafend zu Boden zu gehen, griff sie auf Knien hockend nach Thimorns Schwert und holte in der gleichen Bewegung zum Schlag aus. Mit einem wütenden Zischen wich Rose zurück, als der Schlag sie am Arm traf.
    Sharatur: “Endlich bist du wieder wacht!”
    Auf der einen Seite beruhig das Riotea wieder zu sich kam, aber auf der anderen Seite noch von der Gestalt verwirrt, griff Sharatur wieder zu seinem Schwert. Griff Rose an, aber verfehlte.
    Rose: “Miststück! Er gehört mir! Er wird immer mir gehören!”
    Wütend öffnet Riotea die Augen und funkelt Rose böse an. Mit wiederkehrender Kraft hielt sie das Schwert fest und stellte sich auf ihre wackeligen Beine.
    Riotea: “Dann solltest du nicht von Eiszapfen reden, wenn wir unter einer Palme stehen!”
    Das böse lachen von Rose mischte sich mit der Stimme des Sylvari, waren kaum noch voneinander zu unterscheiden.
    Verzerrung:Törrichte Narren! Zögert nur das köstliche leiden heraus. Der Altdrache wird triumphieren.”
    Noch etwas benommen richtete Riotea sich ganz auf.
    Riotea: “Mag sein das ich nicht die hellste Kerze im Kronleuchter bin, aber ein nasses Streichholz bin ich auch nicht! Zurück in die Nebel mit dir! Er ist MEIN Held!”
    Merklich wütend spannte Rose den silbrig-weißen Faden zwischen sich und Riotea. Die Spannung fühlte sich an, als wollte sie ihr die Rippen aus der Brust reißen.
    Sharatur: “Wir müssen diesen Faden durchtrennen, der euch beide verbindet. Dann sind wir das da hoffentlich los!”
    Noch unschlüssig holte Sharatur zu einem Schlag aus, hielt aber noch inne und sah zu Rose.
    Verzerrung: “Held? Dieser Schwächling? Du kennst ihn nicht!”
    Riotea: “Was weißt du schon von ihm? Oder mir?”
    Kehlig knurrend wie ein Charr nahm sie das Schwert in beide Hände und hob es brüllend weit über ihren Kopf. Reagierte bevor Sharatur es konnte. Kreischend und sich vor Schmerz windend heulten die Stimmen von Rose und Herbst auf. Thimorns Schwert durchtrennte den seltsamen Faden und trennte damit auch Riotea von Thimorn. Bewusstlos fiel er zu Boden und löste sich wie Nebel auf. Der Schmerz in ihrer Brust flammte erst auf und ebbte dann ab. Schwankend stand sie da.
    Besorgt und doch erleichtert stützte SharaturRiotea und sah die Gestalt an.
    Sharatur: “Du bist nichts weiter als eine Erinnerung.”
    Verzerrung: “Nein! Ich bin das Leiden! Der Herbst! Das Flüstern im Wind! Ich bin...”
    Riotea: “Du bist... nichts. Nichts weiter als eine Unbedeutende... fast vergessene Erinnerung...”
    Mit Sharaturs Hilfe stellte sie sich wieder zur vollen Größe auf und sah den vor Schmerz und Wut zischenden Schemen an.
    Sharatur: “Ich hoffe das war das richtige.”
    Scheppernd fiel das Schwert zu Boden und mit einer drohenden Gestik zog sie ihre Pistolen aus den Hüfthalftern.
    Verzerrung: “Erinnerungen formen, weben, bilden Netze und dieser hier ist in einem ganz feinen Netz gefangen.”
    Die Pistolen geladen und entsichert, richtete sie beide auf Rose. Irre kichernd sah sie zu Sharatur und Riotea.
    Verzerrung: “Tötet die Erinnerung und ihr tötet den Mann. Das was ihn ausmacht.”
    Aber Riotea hörte schon nicht mehr auf die skurrile Gestalt und schloss die Augen. In ihr brodelte der Zorn, die Eifersucht schrie nach Aufmerksamkeit und der Hass wollte Blut.
    Entgegen der Worte ihres Bruders entfachte sie ein innerliches Inferno aus Gefühlen und sammelte ihre gesamte Magie. Als sie die Augen öffnete, erschien der 5-zackige, silberne Stern vor ihrem linken Auge so klar und deutlich, dass man meinen konnte, sie beherrsche den Zauber schon ihr Leben lang.
    Riotea: “Ich bin noch nicht fertig mit dir.”
    Die unheimliche Ruhe in ihrer Stimme war nur eine Täuschung für das, was den unnatürlichen Schemen von Rose zu erwarten hatte. Mit hasserfülltem Blick blieb die Gestalt stehen und schwieg.
    Sharatur: “Was ist? Sind dir endlich die Worte ausgegangen?”
    Riotea: “Wenn er nur diese eine verliert... soll es mir recht sein!”
    Mit einer unendlich langsam scheinenden Bewegung drückte sie jeweils einmal ab. Die Kugeln schossen durch den gleichen Stern am Ende der Pistolenläufe, wie vor ihrem Auge. Schienen noch an Geschwindigkeit zu gewinnen und zogen einen Silberschweif mit sich. Eine Kugel schlug zwischen ihren Augen ein und die andere durchschlug ihr Herz mit solcher Wucht, dass diese den Körper durchschlug. Kreischend krümmte sich Rose zusammen, versuchte das unvermeidliche zu verhindern und zerfiel doch wie in Fetzen gerissene Fäden eines Konstrukts.
    Rose: “Rette ihn...”
    Doch bevor Riotea begriff was die die scheinbar echte Rose ihr da gerade im Sterben zugeflüstert hatte, sackte sie in die Knie. Der Zauber hatte sie viel mehr Kraft gekostet, als sie wahrhaben wollte.
    Sharatur: “Gute gemacht Kleine... Geht es dir gut?”
    Besorgt kniete sich Sharatur neben sie. Kraftlos nickte sie ihm zu.
    Riotea: “Ja... ich bin nur... etwas erschöpft. Aber... es ist... noch nicht vorbei...”
    Sharatur: “Ja, es gibt noch ein paar Dämonen zu besiegen.”
    Dankbar griff Riotea nach Sharaturs helfender Hand und zog sich hoch.
    Riotea: “Nein, Thimorn... der Echte... er muss hier muss hier noch irgendwo sein.”
    Sharatur: “Bist du dir sicher?”
    Doch bevor sie auf seine Frage Antworten konnte, begann ihre Umgebung Risse wie Glas zu bekommen. Trümmer und Scherben fielen herunter und zerrissen die Illusion um sie herum.
    Riotea: “Hier bricht alles zusammen!”
    Sharatur: “Alles wird gut Rio!”


    Völlig verwirrt und kraftlos öffnete sie die Augen. Vom Weiß der Spinnenweben geblendet brauchte sie einen Moment. Sharatur stand hinter ihr, als sie sich aufsetzte und auch Thimorn schien unverletzt, der echte Thimorn. Aber als sie ihm etwas sagen wollte, versagte ihre Stimme. Thimorn sah sie wahrscheinlich genauso besorgt an, wie sie verwirrt war. Egal wie sehr sie sich anstrengte, ihre Kehle gab keinen Laut mehr von sich...

Kommentare 4

  • Sharatur -

    Schön geschrieben und gut zusammengefasst, was passiert ist.
    Hat Spaß mit euch beiden gemacht.

    • Riotea -

      Das hat es auf jeden Fall und ich hoffe das war nicht das letzte große Ding mit uns!

  • Mr.Freezer -

    Vielen vielen Dank für diese atmosphärisch dichte Verschriftlichung des Plots, den ich neulich geleitet habe.
    Du hast es in ganz tolle Worte verpackt und ich hoffe, Du und alle anderen, die dabei waren, haben beim Spielen auch nur einen Bruchteil der Emotionen verspürt, die ich jetzt beim Lesen hatte!
    In diesem Sinne auf noch ganz viele tolle gemeinsame Stunden im RP! :D

    • Riotea -

      <3-Dank auch dich, das du uns dafür Thimorns Erinnerungen zur Verfügung gestellt hast und ebenso ein Danke an alle Plot-Beteiligten des letzten Abschnitts!