Artikel mit dem Tag „Wachsame“

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen


  • Zwangsurlaub

    Lautes, kraftvolles Rauschen durchdrang den Löwensteiner Hafen, erzeugt von der beständigen Brandung, die gegen die Kaimauern drängte. Durchbrochen wurde die eintönige Geräuschkulisse nur von den laut gerufenen Anweisungen der Arbeiter, die Ladung von den großen Segelschiffen löschten oder neue Waren verluden, die wer weiß wohin verschifft werden sollten. Dazwischen mogelte sich der eine oder andere Fischer, der seinen Fang transportfertig machte oder seine Nussschale zum Auslaufen vorbereitete. Geschäftsmänner, die ihre Verträge schlossen. Und Reisende, die dem ganzen Treiben aus sicherer Entfernung zusahen.

    Und über alledem thronte ein alter, griesgrämiger Charr mit mattschwarzem Fell, die Pranken auf einer Begrenzungsmauer aufgestützt und missmutig hinunter blickend. Grom erinnerte sich – erinnerte sich still an die alten Zeiten als Hafenarbeiter. An die Zeiten vor den Wachsamen. An die Zeiten nach der Zitadelle. Fast glaubte er, er wäre zu Hause. Doch er war
    [Weiterlesen]


  • Wir liegen jetzt schon viel zu lange in diesem Konglomerat aus unterschiedlichsten Völkern, Gesinnungen und Lebenseinstellungen vor Anker. Die Stadt geht mir auf die Nerven. Dennoch war ich nicht untätig und habe die mir zur Verfügung stehende Zeit genutzt. Die Götterdämmerung ist besser ausgerüstet als ich es jemals hätte planen können. Der ewigen Alchemie sei dank heben wir heute endlich ab. Offiziell soll es ein Testflug mit dem Fort der Dreifaltigkeit als Ziel sein. Doch ich habe andere Pläne. Wir werden unsere Mission beginnen. Meine Mission.“
    - Logbuch Technischer Leiter Zapp, 31. Tag Phönix, 1331 NE

    Der Techniker befand sich wie so oft in seinem Quartier und hatte gerade den Eintrag in sein Datenpad eingetippt, als die herrschende Stille jäh unterbrochen wurde. Die Sprechanlage knackte und die bassige, rauchige Stimme des Captains hallte durch den Lautsprecher.„Captain Pulverklinge an alle: Wir heben in 15 Minuten ab. Alle Mann auf Position! Cheftechniker Zapp – auf die[Weiterlesen]


  • Brücke an Maschinenraum. Wir nähern uns den Koordinaten. Bereithalten für Gefecht.“ Die Stimme des Kapitäns klang blechern durch die Sprechanlage, während Zapp im Maschinenraum am Hauptterminal stand und auf dem Holoschirm vor ihm die Betriebsparameter der Götterdämmerung überwachte.„Verstanden. Mit eurer Erlaubnis Captain halte ich eine dauerhafte Sprechverbindung aufrecht. Für den Notfall.“ - „Einverstanden.“ Damit war es vorerst wieder ruhig. Zapp sah über die Schulter. „Alle Mann – bereithalten. Gut möglich, dass es gleich etwas… ungemütlich wird.“ Quippa hatte sich bereits an ihrer Station – der Turbinen- und Generatorenkontrolle – eingefunden. Auch die anderen Spezialisten der Maschinen-Kru beendeten nun ihre kurze Pause und gingen an ihre Stationen. Energieverteilung, Antriebskontrolle, Umweltkontrolle, Sekundärsysteme – eilig besetzten sie ihre Terminals und überwachten dann die daran gekoppelten Holoschirme. Zapp hatte seinen Blick derweil wieder auf den… [Weiterlesen]


  • „Die Konstruktionsarbeiten am Schiff nähern sich allmählich ihrer Vollendung. Sämtliche Primärsysteme wie Antrieb, Navigation und die Hauptwaffen sind installiert und funktionsfähig. Wenn die Dinge wie geplant ablaufen, können wir die Operation in nicht einmal mehr zwei Tagen nach Löwenstein verlegen und die finale Installation der Sekundärsysteme vornehmen, ehe wir Vorräte und Mannschaften aufnehmen und uns unserer ersten richtigen Mission zuwenden. Dennoch plagt es mich, dass mein Vorzeigeprojekt immer noch keinen Namen und keine offizielle Registrierung hat. Ich sollte dies schleunigst ändern.“
    - Logbuch Technischer Leiter Zapp, 68. Tag Stecklinge, 1330 NE

    Zapp atmete tief durch und hob den Kopf an. Der Asura mittleren Alters befand sich in seinem Quartier auf dem namenlosen Luftschiff, saß bequem in einem ausladenden Sessel. In seinen Schoß ruhte das Allzweck-Datenpad, auf welches er gerade den Eintrag aufgesprochen hatte. Er blickte aus dem Fenster – oder viel mehr durch… [Weiterlesen]

  • Morgengrauen in Orr

    Ratsch...und ratsch...Ein Klirren und Klappern von links.
    Wo war sie hier gelandet?
    Sie lag auf einer Matte im Sand. Und man hatte sie aus der Rüstung geschält, über ihr ein Zeltdach.
    Sie setzte sich mühsam auf. Als sie sich hinstellen wollte, riss Metall sie schmerzhaft am rechten Handgelenk, sie ließ sich schnaufend wieder zurückfallen. Angekettet am rechten Handknöchel.
    Gefangen!
    Sie begann zu rütteln, als bringe das irgendwas, neben ihr eine Stimme, krächzend: „Scheißeh...ist da wer...?“
    Sie hörte auf, sah nach links. Da lag einer, ein Mensch, mit verbundenem Kopf, nur ein Stück Nase und die Mundpartie waren frei, kräftig. Er ruckte mit dem Kopf herum. „Ich kann nix sehen. Ist da wer?“
    „Ich, hier. ..“, flüsterte sie krächzend wie ein Orrianer. Oh je. Sie räusperte sich.
    „Schwester? Doktor?“, fragte er. Es dämmerte ihr. Sie waren in einem Lazarett. Angekettet!
    Sie krächzte zurück, diesmal lauter. „Nee, ich bin nur...ich lieg hier halt nur-“
    „Ist da wer?“,
    [Weiterlesen]
  • [Sonne-Playlist]

    Eintrag 46, Tag 42

    „Willkommen in Rata Sol....“, begrüßte Magisterin Nizpi die versammelten Sonnenforscher. „...der ersten Stadt auf der Sonne.“
    Es war eine Stunde her, seit der letzte der sechzehn Wohnwürfel die Durmand verlassen hatte und in der gleißenden Lava des Sonnenmeeres gelandet war.
    Alle Würfelmodule waren nun durch ausfahrbare Gänge miteinander verbunden. Zehn außen, vier in der Mitte. Diese vier hatten sich zusammengeschlossen und die inneren Wände hochgefahren, um uns als Versammlungsort zu dienen. Als Zentrum von Rata Sol – der kleinen, aber ambitionierten Stätte zur Erforschung der Sonne.
    Die Expeditionsleiterin spann ihre Rede weiter.
    „Kru der Durmand. Wachsame.Wir haben eine Menge Arbeit vor uns. Diese Expedition ist der Grundpfeiler für jegliche Forschung, die in den nächsten Jahrzehnten, Jahrhunderten hier und auf weiteren Welten betrieben wird.“
    Es war nicht leicht, den Blick bei der Asura zu behalten, war doch an allen kraftfeldverstärkten
    [Weiterlesen]


  • „Eh du haariger Ettinfurz! Schön weggerannt, du feiger Ekelsack!“, krächzte Roy über das trübe Leichenfeld, in dem sie noch immer saß. Ihr Leichenfeld. Auch wenn ein Trupp aus etwa zwanzig Wachsamen nun das Feld um Dwaynas gefallene Statue durchkämmte und sicherte. Tzup und Falgin folgten dem Blick der Kriegerin. Der blutüberströmte Charr zog träge an ihnen vorbei, fühlte sich nicht angesprochen.
    Cranguz mit der Beute. Das blonde Fell des fetten Charr war mit rosanem bis dunkelroten Flecken bespritzt, am Stahl seiner Brustplatte war es wie Kerzenwachs heruntergeflossen und verkrustet. Der alte Charrkrieger und die beiden Norn war weggerannt, hatte sie und Sam zurückgelassen. Roy hatte sich unter Leichen eingraben müssen, um der Horde zu entkommen.
    Aber so war das hier eben.
    Sie grinste und spuckte ihm Blut vor die Füße. Die erwartete Gegenbeleidigung blieb jedoch aus, jede Reaktion blieb aus. Es war verletzender als jede mögliche Schmähung.
    Cranguz sah sie schließlich stumpf an,
    [Weiterlesen]


  • Orr, verrecke!!

    Zehn gegen Roy.
    Wie der Titel einer Heldengeschichte. Wären da bloß Zehn gewesen...
    Es klang besser als Vierundzwanzig gegen Roy oder Zwei Dutzend gegen Roy.
    Und Roy und die Vierundzwanzig Orrianer...das klang wie ein Märchen.
    Alles besser als Hundert gegen Roy, was zwar sehr heldenhaft klang...
    Sie konnte sich die Zahlen nicht aussuchen.
    Nur anpassen.
    Nirgendwo Verstärkung in Aussicht.
    Kein Gott half, alle tot.
    Kein Zauberbuch der Abtei, keine Gerüchte des Ordens. Half alles nichts, konnten sie sich sonst wo hinschieben.
    War sie das letzte lebende Wesen in Orr? Vielleicht gab es den Pakt gar nicht mehr.
    Vielleicht hatten alle schon die Seiten gewechselt.

    Was auch immer. Vierundzwanzig wandelnde Leichen da oben, alle Roys Problem, sofern sie nicht zu Untoten werden wollte.
    Und das wollte sie nicht.
    Doch da rannte was kleines den Hügel herunter! Irgendetwas stummelbeiniges. Hatte es bedeutend eiliger als die Orrianer. Musste ein Asura sein. Gekleidet in das Rot des
    [Weiterlesen]

  • Chaos brandete auf.
    "Na...gut. Weg hier.", knurrte Olbert. Der Norn hatte bei dem Anblick der untoten Horde hinter ihnen eingesehen, dass man diese nicht mal eben 'platt' machte. Es blieb keine Zeit zum Planen, sie begannen den Strand entlang in den Süden zu laufen, zu rennen, zu hinken.
    Cranguz setzte sich wie immer an die Spitze. "Sie folgen uns, weiter!", spornte er vor allem sich selbst an. Die Wunden, die Sy ihm zugefügt hatte, schienen den Charr beim Voranhopsen nicht aufzuhalten.
    Eines wurde schnell klar: Jeder hatte sein eigenes Tempo. Während die Norn und der Charr in großen, schnellen Schritten davoneilten, bildeten die Menschen und die Sylvari das Mittelfeld. Tzup konnte trotz seiner Asurabeine einigermaßen mit den Menschen mithalten.
    Aber Sy, der Charrpilot und vor allem Spaxx fielen mit ihren verletzten Beinen bald zurück.
    "Wartet! Ich...kann nicht mithalten!", rief der Asura panisch, als er schon bald das Schlusslicht bildete.
    "Hrrrnn...!", stimmte Sy missmutig grunzend
    [Weiterlesen]


  • "Die Beine...meine...", presste der junge Soldat hervor, dessen Kopf sie stützte. Der Schweiß rannte ihm, er zitterte. Roy blickte an ihm herab. Es war nicht mehr viel zu machen, die stetig blutenden Beinstümpfe endeten noch lange vor den Knien.
    "Die sind immer noch länger als die von Tzup.", versicherte Roy ihm.
    Er hustete, krächzte, lachte. Er hielt sich tapfer. Vielleicht würde Grenth ihn dafür applaudierend empfangen, wer weiss.
    "Ich...bin nichts ohne meine Beine..."
    Er trug die Uniform eines Spähers. In dieser Situation hätte man aber auch einem Bürohengst ohne jede Widerworte geglaubt.
    "Die kann man inzwischen wieder nachwachsen lassen.", behauptete Roy.
    Er sah sie benommen an. "Die...Beine? Ernst...haft?"
    Sie nickte sicher.
    "Ja. Wie bei Pflanzen. Neue...Forschung von Asura und Sylvari. Alles wie neu dann...nicht wahr Tzup?" Sie sah über die Schulter zu Tzup, der Asura nickte.
    "Richtig...eine Injektion, die mit....nanomagitechnologischen Mikropartikeln die
    [Weiterlesen]
  • Er kam den Stimmen näher, Stück für Stück, unnachgiebig, mit der Kraft die ihm blieb. Sein Kinn pflügte durch den Schlamm, als er abermals den Arm ausstreckte, die Finger in die Erde krallte und sich weiterzog, wie er es seit Stunden tat. Die Stimmen kamen nun auf ihn zu.
    "Zu spät...", keuchte er, dann stieß sein Kopf gegen ein hartes, kaltes Hindernis. Es drückte gegen seine Stirn. Er griff danach. Als sei eine schwere Eisensäule vor ihm erwachsen. Gerade als seine Finger dabei waren die Säule zu umklammern, ruckte die Säule nach hinten zurück, fuhr auf seine dürre Hand hernieder und zerstampfte sie.
    Die Stimmen wurden kurz lauter, spottend. Er spürte keinen Schmerz.
    "...zu spät...", wiederholte er.
    Seine übrige Hand war frei, die Säule nicht mehr im Weg, also zog er sich weiter.
    "...erwacht!", beendete er seinen Satz.
    Die Säule sprach nun zu ihm herab.
    "Zu spät erwacht....? Was meint er damit? Ich hab' seit gefühlten Ewigkeiten nich' mehr geschlafen, wieso "zu spät erwacht"!?"
    [Weiterlesen]
  • [Fortsetzung zu Wintertag in Orr]

    "Gehen wir bitte außenrum...ich kann gehen...", bat Spaxx Farlif, als sie sich den Strand hinab auf die Saftpfütze aus zerfetzten Larven zubewegten. Die mannsgroßen, untoten Wurmwesen waren den Soldaten direkt vor dem Zelt in die Arme gelaufen - Sie hatten sich wie die Metzger auf sie gestürzt, ohne dass irgendein Befehl zu hören gewesen war. Es dauerte nicht lange. Der Norn hackte und schlug mit Axt und Faust auf sie ein, Roy zerschlug die Köpfe mit Kolben und Schild zu einer breiigen Masse, zwei Larven erstarrten nach einem Zauber aus dem flachen Großschwert der Norn in magischem Frost. Sie wurden von den anderen in Stücke gehauen oder vom Asura in Splitter geschossen. Das Gewehr des Charr erwies sich dabei außerdem als grausame Nahkampfwaffe.
    Als nichts mehr lebte, die Rüstungen von weiterem Schmutz bespritzt, wurde einfach durch die Leichen hindurchgeschritten, niemand sah sich hier nach Goldzähnen um. Das Gemetzel war längst vorbei, als
    [Weiterlesen]
  • "Ich will nach Orr!"
    Veruca bestimmte es mit einer Entschlossenheit, die den bepelzten Kriegsmeister kurzzeitig blinzeln ließ. Nicht genug, dass die Menschenfrau mit völlig aufgequollenenden Augen vor ihm stand, gesegnet mit dem dunklen Schatten einer langen Nacht- immerhin war sie ja auf dem Ball ihrer Famile gewesen- nein, da roch sie auch noch wie ein köstliches Frühstücksbuffet, mit noch schlagenden Herzen.
    Kurzzeitig verzog sich die Charrmiene ins selige Fänge blecken mit dem Ausdruck 'ich mags blutig', dann paffte er wieder an seiner Wasserpfeife im Büro und glotzte die ruhelose Iorga nur verständnislos an.
    "Du bist zum schreiben hier, nicht zum Krieg spielen." Grom paffte ihr einen Schwall süßlichen Tabakdampfes entgegen, in dem die faulige Note von Fleischresten mitschwang, die sich zum sterben zwischen seine Reisszähne gelegt hatten und noch nicht von gelangweilten Krallenspitzen geborgen wurden.
    Vom Trotz beflügelt, der sicherlich auch der Übermüdung zu verschulden war,… [Weiterlesen]