Artikel mit dem Tag „Alte Garde“

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  • Flackernder Kerzenschein untermalt mit dem gierigen Zischen der atmenden Flammen, die das notwendige Licht spendeten für den Mann mit dem güldenen Haar und den berechnenden, grauen Iriden. Wie ein König saß er da auf dem großen, schweren Stuhl, gefertigt aus feinstem Mahagoni, verziert mit Schnitzereien so fein, dass sie mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen waren. Die schwarzen Stiefel weit auseinander gesetzt, den linken Ellbogen auf die breite Holzlehne abgestellt und das markante Kinn auf die Innenfläche der mit Ringen bestückten Pranke gestützt, während die Rechte in einem Anflug von aufkeimender, wütender Ungeduld einen schnellen Takt auf dem Holz spielte. Ungemein melodisch, gar von seltener Schönheit, wäre die unausgesprochene Drohung nicht zwischen den Notensträngen, die alles versprach, nur keine heilsbringende Flucht.

    „Ihr enttäuscht mich, Bartholomeus. Ihr enttäuscht mich sehr. Ich dachte, ich hätte mich klar ausgedrückt, als ich sagte, dass ich kein ‚Nein‘… [Weiterlesen]
  • Schummriges Dämmerlicht haucht grotesken Schatten Leben ein, bringt sie zum Tanzen und Herumtollen, raubt ihnen Gliedmaßen und wandelt sie zu gefährlich anmutenden Monstren, die die zwei Männer, welche an einem kleinen Tisch sitzen, umgarnen wie ein loyaler Hund seinen Herrn. Einen Blick für dieses gruselige Spiel hat jedoch keiner von beiden, erfordert das Schachbrett mit seinen Figuren, welches in der Mitte des alten Holztisches thront, ihre gesamte Aufmerksamkeit. Zug um Zug setzen sie ihre Figuren schweigend, bringen Springern wie Rittern Bauernopfer dar, ziehen Grenzen mit ihren beweglichen Festungen und bedrohen des Kontrahenten König mit der bezaubernden wie kriegerischen Dame. Sie schenken sich nichts, versuchen stets alles zu nehmen und nur das Mindeste zu geben in diesem Spiel der Könige, dass nur dem Gewinner Ruhm gewährt. Dem Verlierer jedoch wird Schmach und Schande zuteil.

    „Sie ist wissbegierig, nimmt alles und will noch mehr. Aber Lehrstunden wie Gunst wollen… [Weiterlesen]
  • Adel verpflichtet. Ein Satz derer sich viele bedienten, wenn es darum ging dem Adel etwas abzupressen, ihn in die Pflicht zu nehmen, um die eigenen Bedürfnisse erfüllt zu sehen ohne selbst in die Bredouille zu kommen dankbar zu sein. Denn warum sollte man dankbar sein, wenn der Gegenüber lediglich der Verpflichtung seines angeborenen Standes nachging? Immerhin erhielt er bereits Privilegien dafür, nicht wahr? Kretins, allesamt. Die Verpflichtungen des blauen Blutes waren mannigfaltig und reich gesät, oftmals nicht als solche zu erkennen. Weshalb sonst also fuhr seine gemietete Kutsche, denn seine eigene hätte den Sinn des Festes verraten, an jenem Vorstadtsanwesen vor, welches die Einladung in der Frakinnentasche beschrieb.

    Noch in der Kutsche wanderte die dunkelblaue Maske mit den güldenen Verzierungen an ihren angestammten Platz. Nicht das man ihn auf wundersame Weise jetzt nicht mehr erkennen würde, waren doch seine Aufmachung und, allem voran, die stechend-grauen Augen sowie… [Weiterlesen]
  • Mit einem Seufzen, dass sowohl Missbilligung als auch Resignation zu gleichen Teilen ausdrückt, nimmt der Soldmann seinen Mantel zur Hand, um damit die schlafende Frau auf dem Sofa zu seiner Rechten zu zudecken. Sie haben bis tief in die Nacht geredet und man hört bereits die ersten Vögel, die zwitschernd den baldigen Sonnenaufgang ankündigen. Wie immer hat sie ihn mit Fragen gelöchert, hat jedoch gleichzeitig aufmerksam zugehört. Und wie immer hat sie versucht bis zum Morgengrauen durchzuhalten, mit ihm zusammen. Aber wie immer ist sie vorher eingeschlafen, mit einer weiteren Frage auf den Lippen.

    Wir schreiben den 51. Tag im Jahre 1328 NE, Zeit des Phönix und dies ist mein 53. Eintrag in diesem Buch. Vor nicht ganz fünf Tagen haben wir der Westfront verfrüht den Rücken gekehrt und sind seit dem heutigen Tage wieder in Götterfels. Ich komme nicht umhin zu sagen, dass dieser Feldzug keineswegs ein größeres Desaster hätte sein können.

    Unsere erste Schlacht mit dem neuen Feind hatten[Weiterlesen]
  • Langsam hob sich die rechte, raue Soldatenpranke zum Kopf des Söldners und fuhr über die neue Narbe, die seine Stirn seit dem Duell zierte. Blass ist sie, kaum von den normalen Furchen zu unterscheiden, wenn er die Stirn runzelte. Aber dennoch sichtbar und eine Kerbe im Kantholz. Mit einem dezenten Murren ließ der Mann die Hand sinken, kurz an dem rechten Ohr reibend, bevor man schließlich den Federkiel zur Hand nahm und auf die leere Seite zum Schreiben ansetzte.

    Wir schreiben den 36. Tag im Jahre 1328 NE, Zeit des Phönix und dies ist mein 52. Eintrag in diesem Buch. Ich muss den Zorn aller sechs Götter auf mich gezogen haben, denn anders kann ich mir nicht erklären weshalb ich erneut auf jemanden treffe, der Terix und Kastella so ähnlich ist. Gleich diesen beiden Männern treibt mich dieser Baron in die schiere Verzweiflung. Wenn diese Art Männer die Zukunft Krytas sind, bete ich zu den Göttern, dass der Zeitpunkt wo ich das Schwert niederlegen muss, noch fern ist.

    Ich hatte[Weiterlesen]
  • Ein warmer, kräftiger Luftzug ließ den Stoff am Zelteingang zur Seite flattern und gab somit die Sicht auf das Lager frei, auf das geschäftige Treiben, die Soldaten, Ärzte und Priester sowie gelegentlich auch auf einen Toten, der davon getragen wurde. All das wurde ertränkt in den Geräuschen des Kanonendonners, die Schreie der Kämpfenden sowie der Verwundeten und das leichte summen der Luftschiffe. Aber der Söldner befand sich nicht in dem Treiben, draußen vor dem Zelt, unter der brennenden Sonne, sondern er war im Zelt, am einzigen Tisch, tief über ein ledergebundenes Buch gebeugt.

    Wir schreiben den 29. Tag im Jahre 1328 NE, Zeit des Phönix und dies ist mein 51. Eintrag in diesem Buch. Sieben Tage ist es nun her, dass wir von Shaemoor marschiert sind. Zwei Tage seit dem wir nun endlich im Lager der Standhaftigkeit sind. Es war ein langer, beschwerlicher Marsch, den wir zu einem Großteil unbeschadet überstanden haben.

    Der Marsch bis zum Fort Salma sowie der Tag Rast vor Ort war[Weiterlesen]
  • Wie auch schon beim letzten Eintrag ist das Zimmer beinahe leer, in dem sich der Söldner befindet. Mehr als nur spartanisch eingerichtet fehlt jegliche persönliche Note, um nicht zu sagen, dass sie nie vorhanden waren. Aber vielleicht mag es auch daran liegen, dass die Mietklinge erneut auszieht, aus der Taverne, weshalb auch immer.

    Wir schreiben den 21. Tag im Jahre 1328 NE, Zeit des Phönix und dies ist mein 50. Eintrag in diesem Buch. Dein Bruder, Calliope, hat offenbar ein Talent entwickelt, stets in prekäre Situationen zu kommen. Vor allem, wenn es um Deinesgleichen geht.

    Es ist anderen flüchtigen Bekanntschaften nicht verborgen geblieben, dass ich mich häufiger mit Miss Chiltenham getroffen habe. Dabei scheint es niemanden zu interessieren, dass diese Treffen meist eher zufälliger Natur waren und ich sie tatsächlich erst zwei Mal aufgesucht habe. Was aber eine gewisse Dame interessiert, ist mein Interesse an Miss Chiltenham. Ob es ernsthafter Natur sei und ich darauf Acht geben[Weiterlesen]
  • Wie schon unzählige Male in den letzten Jahren war es wieder an der Zeit für den Soldmann die Feder zu schwingen. Mit Tinte, Federkiel, Buch und Kerze bewaffnet, wurde der Schreibtisch an der Wand in Beschlag genommen, die kostbare Ruhe, die er gerade hatte, ausnutzend.


    Wir schreiben den 3. Tag im Jahre 1328 NE, Zeit des Phönix und dies ist mein 49. Eintrag in diesem Buch. Wieder einmal finde ich mich in Götterfels wieder. Wieder einmal auf der Suche nach einem potentiellen Dienstherren. Und wieder einmal wird für einen Feldzug geworben, dieses Mal jedoch Richtung Westen. Es erweckt den Anschein, dass sich alles wiederholt.

    Wie immer über den Winter werden die meisten Offensiven im Hinterland, vor allem aber die größeren, eingestellt. Niemand bei klarem Verstand führt einen aggressiven Krieg im Winter, alleine schon aus Gründen des Nachschubs, Truppenmoral und Ausrüstung. Daher war der Vertrag, den ich mit der Seraphenkommandantur geschlossen hatte, auch auf ein Jahr[Weiterlesen]
  • Die Handbewegung, welche das gebundene Buch von der dünnen Staubschicht befreite, war beschwingt und ungeduldig zugleich. Es schien fast, als sei der Besitzer eben jener Hand entweder deutlich Ungehalten oder aber – sehr erfreut. Was es auch war, das Buch landete zielsicher auf dem Schreibtisch und eine leere Seite wurde aufgeschlagen. Eine Weile betrachtete der Hauptmann die Seite nachdenklich bevor er den Federkiel zur Hand nahm, in das Tintenfäßchen tunkte und ansetzte zu Schreiben.


    Wir schreiben den 96. Tag im Jahre 1326 NE, Zeit des Phönix und dies ist mein 3. Eintrag in diesem Buch. Es ist einige Zeit her, dass ich die Zeit und vor allem die Muse fand meine Gedanken niederzuschreiben. Allerhand ist passiert und ich bezweifle, dass es in nächster Zeit weniger werden wird. Die letzten beiden Monate waren, gelinde gesagt, interessant.

    Der Ärger mit der Seraphenkompanie hat sich nach meinem letzten Eintrag im Sande verlaufen. Ich weiß tatsächlich nicht, ob Ihre Gnaden oder[Weiterlesen]
  • Mit Schritten, die sowohl von Resgination, als auch gewisser Wut zeugten, bewegte sich Cenedor von seinem Rüstständer, an welchem er zuvor seine Brigantine aufgehangen hatte, zu dem Stuhl, welcher vor dem kleinen Beistelltisch stand. Wie auch zuvor lag auf jenem Beistelltisch ein lederndes Buch, wieder mit einer leeren Seite, die dem Söldner entgegen starrte. Mit einem leisen Schnauben hob der Mann die rechte Hand und fuhr mit Daumen sowie Zeigefinger über seine Nasenwurzel ehe er kurz mit dem Kopf schüttelte. Ohne weiter zu zögern nahm er die Schreibfeder zur Hand, tunkte sie in das Tintenfäßchen und setzte an zu schreiben.


    Wir schreiben den 21. Tag im Jahre 1326 NE, Zeit des Zephyrs und dies ist mein 2. Eintrag in diesem Buch. Mein letzter Eintrag ist nur acht Tage her und doch fühle ich mich, als ob ich um Jahre gealtert bin. Die schiere Gewalt der Inkompetenz, die mir in den letzten Tagen entgegen schlug ist wahrlich eine Prüfung der Götter – meine ganz Eigene wohl.

    Alles fing[Weiterlesen]
  • Als sich Cenedor auf den Stuhl nieder ließ, der vor dem kleinen Beistelltisch stand, ertönte ein bedrohliches Knarzen, so, als würde das Holz lautstark gegen die plötzliche Last protestieren. Mit einem missbilligendem Zug um die Lippen hielt der Mann einen Moment inne bevor er das Buch mit dem dunklen, ledernden Einband aufschlug. Die erste Seite, dessen Leere im entgegen schlug, bedachte der Söldner mit einem stoischen Blick. Beinahe könnte man gar den Verdacht hegen, dass all die Worte, die er wohl schreiben wollte, sich verflüchtigt hatten. Aber eben nur beinah, denn mit sicheren Handgriffen öffnete er das Tintenfäßchen, nimmt die Schreibfeder zur Hand und tunkte diese in die Tinte ehe er sie kratzend über das Papier führte - natürlich nachdem er die überflüssige Tinte abgestrichen hatte.

    Wir schreiben den 13. Tag im Jahre 1326 NE, Zeit des Zephyrs und dies ist mein 1. Eintrag in diesem Buch. Es sind nur wenige Wochen vergangen seit meinem letzten Eintrag und doch ist vieles[Weiterlesen]
  • Der Wind, welches das Lager heimsuchte, tat das weder leise, noch schwach. Es war ein stetiges Heulen, dass im Zelt zu hören war, während die unsichtbaren Klauen an den Fellen und Stoffen der Zeltbahn rissen. Es war ein unwirtliches Wetter. Unwirtlich, unfreundlich und allen voran kalt. Nichts desto trotz saß Cenedor lediglich in seinem ledernden Gambeson gekleidet auf einen kleinen Schemel, vor sich die leere Seite eines Buches. Neben diesem Buch stand eine kleine Kerze deren Flamme eine ruhigen Lichtschein warf, als ob sie dem Wind, der draußen sein Unwesen trieb, trotzig ihr Kinn entgegen streckte. Mit einem letzten, bedächtigen Blick zu dem Fellknäuel, welches am anderen Ende im Zelt lag, tunkte der Söldner seine Schreibfeder in ein kleines, beinahe filigranes Fäßchen Tinte und führte die Feder dann leise kratzend über das Papier.


    Wir schreiben den 347. Tag im Jahre 1325 NE, Zeit des Kolossus und dies ist mein 688. Eintrag in diesem Buch. Ihr Götter, wo ist die Zeit geblieben?[Weiterlesen]
  • Kapitel VI – Fieberträume II


    Hätte ihm irgendwer erzählt, dass er Angst vor seinen eigenen Träumen – vor dem Einschlafen haben würde, hätte er diesen Jemand direkt ins Gesicht gelacht und ihm obendrein noch den Vogel gezeigt. Aber immer, wenn er seinen Dämmerzustand verließ und in den Schlaf zurück glitt, obwohl er sich mit aller Willenskraft dagegen wehrte, überkam ihn eine Angst, die er vorher noch nie erlebt hatte. Alles in ihm wurde immer ganz kalt und er spürte förmlich, wie sich der Schweiß auf seiner Stirn bildete. Der einzige Trost und zugleich größte Folter war bisher, dass er ein stummer Beobachter blieb. So auch – hoffentlich und gleichzeitig auch nicht – dieses Mal.

    Er wusste nicht, ob er gerade eben eingeschlafen war oder zumindest schon eine Weile traumlos schlief aber das war auch einerlei. Wie schon so oft fand er sich beim Waisenhaus wieder. Seine Träume, oder besser gesagt Albträume, fingen immer mit dem Waisenhaus an. Aber irgendetwas war dieses Mal anders, nur
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  • Kapitel V – Fieberträume


    Es war seltsam. Irgendwie fühlte er sich zum Einen schwerelos und zum Anderen so unendlich schwer, dass es ihn zu erdrücken drohte. Aber dieses Gefühl war nichts im Vergleich zu dem, was er vor sich sah. Es war das Waisenhaus aber nicht so, wie es inzwischen aussah. Die Mutter Oberin, die draußen gerade ein kleines Mädchen schalt, sah jünger aus. Wesentlich jünger. Und das kleine Mädchen – ja, das kleine Mädchen hatte er bisher nicht ein einziges Mal im Waisenhaus gesehen. Es hatte schwarze Haare, blasse Haut und aufgeschlagene Knie. Außerdem trug es ein lilanes Tuch um den Hals. Es war ... seltsam bekannt.


    Gerade als er auf die Szenerie zugehen wollte, verschwamm sie vor seinen Augen und es kam ihm vor, als müsste er sich übergeben. Vielleicht tat er das sogar. Seine Übelkeit wurde nur noch versteht durch die nächste Szene, die er sah. Ein blonder Mann mit makeloser Kleidung. Lediglich das Gesicht war ein schwarzes Loch. Das Bizarre war, dass er dennoch
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  • Kapitel IV – Zufällige Zufälle

    Es sind geschickte Handgriffe, die die immer noch recht neue Waffe reinigen. Nicht, dass sie schon oft benutzt worden wäre aber anscheinend wollte das charmante Kerlchen auf Nummer sicher gehen. Es ist bereits das zweite Mal, dass er die öligen Dochte in den Lauf schiebt und zu drehen anfängt.


    Irg'ndwie muss er ja all'n sechs Göttern ins Knie gefickt ham. 's war ja nich' so, als ob er 'n sehr gläubiger Mensch wär aber das, was in letzter Zeit schief lief, war einfach zuviel des Gut'n gewesn. Man könnte fast sagn, das alles schief gelaufn ist, was überhaupt schief laufn konnte. Un' wenner ehrlich war, stinkte das alles zu sehr, um 'n Zufall zu sein.

    Athes, dieser kleine Penner, zum Beispiel wollte ihn doch glatt abserviern! Von wegn es wär sicherer, wenner nich' bei der Aktion mitmacht. Der hatte irg'ndein Plan mitm Rotschopf ausheckt den blondn Lord da zu vergiftn. Toller Plan. Hatte nur'n paar miese Lückn. Dieses Weichei von Blaublut hatte nämlich
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  • Kapitel III – Rheylas

    Das Gesicht verzogen zu einer von Schmerzen sprechenden Grimasse tatest das charmante Kerlchen an seiner rechten Seite, insbesondere am grün-gelblich verfärbten unteren Brustkorb, herum. Natürlich nicht ohne das Eine oder Andere Mal die Luft scharf einzuziehen.

    So ne' verdammte Scheiße! Was fiel diesm arschrkriech'nden Sohn einer billign Gass'nhure eig'ntlich ein?! Is' ja nich' so, als hätte er ins' Essn von diesm blödn Blondschopf gepisst, oder?! Aber selbst wenn er das getan hätt, wär das trotzdem kein Grund gewesn so 'ne Scheiße abzuziehn! Ihm auflauern un' verprügln lassn is' ja nich' schlimm – damit kanner ja lebn. Aber damit zu drohn, dass er eins von den Kindern entführn lassn un' umbringn will? Das war nen' Schritt zu weit!

    's fing ja schon an, als dieser kleine, miese dreimal du- ... scheiß Blondschopf innen Hals gekomm'n is'. War echt 'nen lustiger Abend, wenn man ma von diesm Karott'nkopf absieht, der jetz auch anfing den Rotschopf mit Muffins zu
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  • Kapitel II – Ein Blaublut kommt selten allein

    Mit einem undeutlichen Flirren und einem dumpfen 'Pock' schlägt das Messer in den gegenüberliegenden Holzbalken ein. Am anderen Ende der doch recht kurzen Flugbahn steht – wer auch sonst – das charmante Kerlchen, das sich mit einer deutlich genervten Bewegung die Haare aus dem Gesicht streicht.


    Welcher Idiot hatte eig'ntlich den genialn Einfall gehabt fürs' Wais'nhaus zu ne' Spend'naufruf zu startn? Is' ja nich so, dass sie irg'ndwie Geld bräucht'n aber musste es n' Blaublut sein? Die haltn sich doch alle für was besseres, weil se' mit'm gold'nen Löffel im Mund geboren wurdn.

    Da wär diese komische rothaarige – Sheryna sowieso. Heiß sieht se' ja aus un' versteht auch so'n bissch'n Spaß. Wär da nich der Fakt, dass se' n' Blaublut is'. Un' dass se' damit mal so gar keine Ahnung hat, hat se' auch gleich bewiesn. Laberte großartig rum was se' den Kindern alles Gutes tun will. Er musste ihr dann erstma den Kopf waschn. War ja nich' zum
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  • Kapitel I - Frauen!


    Mit einem rechten, weit ausholenden Faustschlag verpasste Lair dem vor ihm schwingenden, gefüllten Kartoffelsack einen ordentlichen Hieb.

    Fraun!

    Ein geübter Schritt zur Seite befördern den jungen Mann gerade noch rechtzeitig aus dem Schwungbereich des gefährlichen sowie arglistigen Sack ... voller Kartoffeln.

    Nich, dass er etwas im Allgemein geg'n Fraun hätte – nein. Wo kämen wir denn da hin? Aber 's gab definitive Regln. Regln, die bisher eigntlich immer gut funktioniert hattn! Klar, 's gab immer mal wieder Ausnahm. Alleine diese komische, kurzhaarige Brünette. Die war schon unter aller Sau. Und dann die Blondine! Scheiße, ja, die Blondine! Gott, war die durchgeknallt!


    Er hatte sich nur ein seiner üblich'n Scherze erlaubt. Un' was macht diese dumme Schlampe? Ihm am selben Abend noch ne' Pistole an 'nen Kopf haltn!Durchgeknallt, allesamt miteinander, genau! Überhaupt war er wahrscheinlich einer der wenign, die ganz normal sin'. Anders konnte 's gar nich sein![Weiterlesen]