Rena Liana Finnegan 4

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Rena strich über den roten Stoff ihres Kleides, das an Brust und Saum mit weißer Spitze besetzt war. Es lag eng am Oberkörper an, bevor der leichte Stoff ausfächerte und in weiten Falten bis über ihre Knie fiel und luftig um ihre Beine spielte. Sie liebte den sommerlichen Schnitt, der leichte Stoff tanzte im sanften Luftzug und verschaffte ihr ein wenig Kühlung an diesem warmen Tag. Rena besaß ein sehr ähnliches Kleid in den Farben ihrer Familie, doch Graf Caldwell hatte darauf bestanden, dass sie ab jetzt die Farben seines Hauses tragen würde. Sie hatte auf eine Kutsche verzichtet für diesen Termin, immerhin ging sie gerne durch die Straßen der Stadt. Ihr Leibwächter war dabei stehts an ihrer Seite, doch die Stille zwischen den beiden war keine schwere. Sie mochte seine Gesellschaft, die ruhige und schützende Präsenz in ihrem Rücken die sie seit Jahren schon gewöhnt war und nicht mehr missen wollte.

    Ein kleines Café im Rurik-Viertel war ihr Ziel und sie lächelte, kaum dass sie den… [Weiterlesen]
  • Rena saß auf dem kleinen Hocker vor ihrem Schminktisch und kämmte sich die silbernen Haare. Die hüftlangen Strähnen hatte sie gestern, beim Litha-Fest das erst Mal seit langem wieder offen getragen in der Öffentlichkeit. Statt sie sich wie sonst üblich zu einer hochgesteckten Frisur zu flechten hatte sie den üppigen Blütenkranz genommen, mit dem weißen Band und ihn aufgesetzt. Im Spiegel hatte sie sich selbst angelächelt, glücklich darüber das Fest nun mit Rowenna, Celia, Opal und Lara feiern zu können. Ihre Finger hatten das zarte, blütenweiße Kleid glattgestrichen, das ihr bis zu den Knien reichte und mit dünnen Trägern auf ihren Schultern gehalten wurde. Es war ein sommerlich-leichtes Kleid, eines in dem sie sich viel freier und leichter fühlte als in denen die sie sonst zu tragen pflegte. Versonnen hatte sie sich noch einen Moment in Spiegel betrachtet und wieder jung gefühlt. Rowennas Aufregung war schlicht ansteckend gewesen, ihre Heiterkeit und Lebensfreude… [Weiterlesen]
  • Das Hufgetrappel des großen, schneeweißen Hengstes trug die junge Frau rasch durch die noch neblig verhangenen Wiesen und Felder dahin, sie wirkte wie ein Geist mit dem langen weißen Zopf aus dem sich einige Strähnen gelöst hatten die nun wild im Wind hinter ihr herwehten, der schwarzen Kleidung und dem weißen Pferd das im Nebel beinahe unsichtbar war. Doch der Hengst trat kein einziges Mal fehl im gestreckten Galopp, schneller und immer schneller flogen sie dahin, die Wangen der Frau nicht nur nass vom Morgennebel. Sie hetzte, sie jagte, sie floh davon vor dem Gefühl, vor dem überwältigenden Gefühl das ihr jeden Moment das wild hämmernde Herz zu zerreißen drohte das in ihrer Brust flatterte wie ein Vogel im Käfig der seiner Schranken müde geworden war.

    Hinter ihr her jagte ein dunkler Schatten, das braune Ross hielt gerade so mit dem Apfelschimmel mit der noch keine Anzeichen von Müdigkeit zeigte, ganz so als wüsste er das er seine Herrin nur möglichst weit davontragen müsste… [Weiterlesen]