Erneutes Wiedersehen....

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    Erneutes Wiedersehen...
    Körperlichkeiten

    Ein Lichtstrahl brach sich durch die nicht ganz zugezogenen Vorhänge Bahn. Die Tiefstehende Wintersonne hatte keine große Kraft, doch hell genug war es alle Mal dass sie davon erwachte als er ihre Augen traf. Mit einer Hand striff sie sich über die Nase und wischte eine Strähne beiseite die ihr vor das Gesicht gefallen war. Der Fuchs atmete tief durch und streckte sich, während sie auf den Rücken rollte und zur Decke sah.

    Das bekannte Muster der dortigen Maserung hatte sie schon tausend Male angeblickt und doch nur sehr selten wirklich gesehen. Auch heute galt der Blick nicht dem Muster. Als diene es lediglich als Leinwand für ihre Gedanken füllte sich der Geist auch jetzt mit anderen Bildern. Da war Elona, die Reise mit der Odyssee, die ersten Nächte in der Wüste, lange Gespräche.

    „Sehen wir uns, wenn ich auch wieder zurück sein werde?“

    Ihre Gedanken glitten weiter, zur Schiffsreise hin und der verspäteten Ankunft in Götterfels. Wie sie einen Moment lang da gestanden hatte und sie beobachtet hatte. Ein Abend im Haus der Sinne. Ganz langsam rollte sie sich noch einmal auf die rechte Seite und zur Bettkante. Das Licht hatte an diesem Tag keinen goldenen Glanz, war viel mehr silbrig und kühl. Staubflusen trieben durch den Strahl und verliehen ihm trotzdem etwas Glanzvolles. Das Zimmer war warm von der Nacht und der Geruch von Schlaf haftete ihm an. Sie würde gleich erst einmal Lüften müssen.

    Fürs erste jedoch trieben die Gedanken weiter. Glitten zu jenem weiteren Abend als sie die Wanne geteilt hatten. Der Griff zum kleinen Kästchen im Nachttisch mit all seinen Schätzen darinnen. Die geteilte Leidenschaft, der Morgen danach. Das Gefühl als sie gegangen war. Dann änderte sich das Bild vor ihrem inneren Auge. Eine andere Frau fiel in ihren Blick. Helle fast weiße Haare.


    „Es ist keine wirkliche Beziehung… nichts festes jedenfalls.“

    Der Abend am See, wie die Neugier durch ihren Leib gebrandet war, wie sie hatte mehr erleben wollen. Ganz allmählich streckte sie ein Bein aus dem Bett und dann das zweite. Auf leisen Sohlen schlich sie durch das Zimmer hin zu dem Krug mit Wasser auf dem kleinen Schränkchen. Im Zimmer lagen Kleider verstreut und auch sie selbst war nackt.

    Gegen die Wärme des Schlafes in ihrem Bett war das Zimmer geradezu eisig kalt. Die eine Hand streckte sich nach dem Krug, die andere nach einem Keramik Becher der daneben stand. Sie goss sich einen Schluck ein, leise plätscherte es. Sie hob den Becher vor ihre Augen und blickte hinein. Als könne sie am Grund des Bechers Bilder sehen wuchsen andere Szenen in ihrem Kopf, zeigten ihr abwechselnd die Szenen mit der einen, dann mit der anderen Frau.

    "Es ist in Ordnung. Meine… Meinung, habe ich nicht geändert. Und dir steht es frei, dich… hm, zu bewegen."

    Die Leidenschaft hatte sie jedes Mal überrascht. Das Verlangen war groß und ein Lächeln legte sich auf ihre Lippen. Ganz langsam hob sie den Becher an die Lippen und trank einen Schluck daraus und stellte ihn zurück auf die Anrichte. Vorsichtig bewegte sie sich durch die Kleider am Boden, bückte sie mal hier, mal dort hob etwas auf und legte es zusammen. Sie war so viel ordentlicher geworden seit einiger Zeit.

    Als sie da stand fiel ihr Blick auf den Spiegel, der ihr ihren Nackten Körper vor Augen hielt, mit allen Narben die ihn zierten. Über die Jahre waren es einige geworden und sie kannte jede davon nur zu gut. Doch heute Morgen sah sie sie nicht. Vielmehr sah sie das Bild als sie hinter ihr gestanden hatte, die Leiber sich aneinander schmiegten. Für einen kurzen Moment ganz zärtlich.


    "Ich komme aber nicht dagegen an. Ich liebe dich."


    Die Worte hatten eine starke Reaktion in ihr ausgelöst. Sie sah sich dort liegen, auf der Couch. Die Augen standen weit geöffnet und sie war wie versteinert. Sie hatte nicht damit gerechnet in jener Nacht und war völlig überrumpelt gewesen. Nur langsam fand sie in den Schlaf. Ihr Blick löste sich vom Spiegel und sie griff nach einer dünnen Bluse die da auf dem Boden lag.

    Vorsichtig hob sie sie an die Nase und atmete ein, sog den süßen Duft in sich auf und atmete tief aus. Er gereichte nur dazu dass ihre Gedanken schneller Trieben. Hin zu dem Gespräch am Morgen. Zu dem Streit der dadurch ausgelöst wurde, weil sie etwas falsch verstanden hatte. Die Frage die sie ihr wieder gestellt hatte, und die schon eine Weile in ihrem Kopf umher trieb, drängte gestellt zu werden.


    "Also willst du doch etwas Festes?"


    Sie blickte sich selbst nach wie sie Fluchtartig aus dem Zimmer verschwunden war. Wie sie sich den halben Tag in der Stadt herumgetrieben hatte. Die Wasser am Schrein der Lyssa beobachtet hatte. Der Stoff der Bluse sank und auch sie wurde zusammengelegt und über die Lehne der Chaiselongue gehängt.

    Ihre Schritte führten sie zurück zum Bett. Ganz vorsichtig ließ sie sich darauf sinken und blickte zurück in den Strahl des Lichtes. Blendend hell war er für ihre Augen die sich nur auf das Diffuse Licht des Zimmers eingestellt hatten. Als die Finger den Stoff des Lakens berührten, sich hinein bohrten erinnerte sie sich an jene Nacht danach, wie das Feuer gedroht hatte sie zu Verbrennen und die aufgepeitschten Herzen danach im Gleichklang schlugen.


    "Woher nur... weißt du das alles? Weshalb kennst du mich… so gut?"


    Sie waren sich so ähnlich auf so viele Arten und Weisen und es jagte ihr beinah einen Schauer über den Rücken die Szene noch einmal zu durchleben und sei es nur in den Gedanken. Vorsichtig hob sie die Beine zurück ins Bett und streckte sich aus.

    Als sie ganz lag, wand sie sich herum und legte den Arm um die noch schlafende Frau, lenkte den Blick auf ihr Gesicht. Sie sah so ruhig aus, so gelöst und friedlich in ihrem Schlaf.

    Ein Lichtstrahl brach sich durch die nicht ganz zugezogenen Vorhänge Bahn. Die Tiefstehende Wintersonne hatte keine große Kraft, doch hell genug war es alle Mal dass sie davon erwachen würde, wenn er ihre Augen träfe. Sie freute sich darauf. Bis dahin würde sie sich noch einen Moment Zeit nehmen, sie zu betrachten.

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