Von Erdbeeren und Sonnenblättern


An einem sommerheißen Tag,
so wie ich ihn gerne mag,
pflückte ich ein Erdbeerlein,
saftig-rot und nicht zu klein.


Da löste sich ein grünes Blatt,
schwebte sanft zum Gras hinab
und streckte seine müden Glieder,
legte sie am Boden nieder.


Doch Zeit für Ruhe gab es nicht,
das kleine Blättchen, kaum Gewicht,
war fortan nun ein Himmelskind,
als es geküsst wurde vom Wind.


Es folgt dem warmen Brotgekrume,
tanzt von Licht zu Lichterfleck,
trifft so dann eine Sonnenblume und
möchte kaum mehr von dort weg.


Und wie er strahlte, helle Funken,
Feuerwerk aus Farbenschein,
das Erbeerchen, nun liebestrunken,
wollte ganz nah bei ihm sein.


Als wären es des Schicksals Boten,
trieben jene warmen Böen,
ein Sonnenblatt hinab zur Roten,
auf gleichgesinnte Knisterhöhen.


Sie lagen fortan Arm in Arm,
die Erdbeere samt Sonnenblatt,
umspielten sich mit ihrem Charme und
wurden so schnell auch nicht satt.


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