Trost und Trotz

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  • Trotz und Trost

    Das Zimmer war so winzig, dass ein vernünftig großer Mensch nicht aufrecht hätte stehen können. Ein schmaler Schreibtisch, ein schmales Bett, ein Bücherregal und eine Kommode. Mehr passte nicht in ihre kleine, sichere Zuflucht.
    Die Wände waren weiß getüncht, keine aufwändige Tapete, dafür Zeichnungen von allen möglichen Dingen, Tieren, Sagengestalten, gedeckten Tafeln, ferne Orte…eigentlich alles, was sie irgendwo hatte ergattern können. Zeichnungen, die nicht bestellt worden waren. Zeichnungen von Freunden, von Fremden.

    Sieschloss die Türe, drehte den Schlüssel im Schloss, so oft bis er sich nicht mehr weiter drehen ließ. Bis es zu Ende war. Dann ließ sie sich auf dem flauschigen Teppich nieder und zog die Schuhe von den Füßen. Blasen hatte sie… von der ganzen Schinderei. Und Kratzer. Kratzer bis über die Handballen und die Handgelenke.

    Und voraussichtlich… war sie dreckig bis zum geht nicht mehr. Die Hände fuhren durch die verklebten Haarsträhnen und blieben hängen, die Schuhe landeten unter dem Bett bei den Wasserflaschen, dem kostbargehüteten Vorrat, der aktuell noch sehr gut aussah.
    Die Socken waren kein bisschen einfacher von den geschwollenen Füßen zu ziehen –vor allem da sie zwei paar übereinander angezogen hatte.

    Was für ein verdammter Mist! Und sie durfte sich nicht einmal beklagen. Ihren Kopf an die Bettleiste lehnend blickte sie zur Decke. Was jetzt? Das lief alles sogar nicht nach Plan und wenn sie ehrlich war – sich zwang ehrlich zu sein –dann befürchtete sie, dass es genauso weiter laufen würde.

    Mittlerweile war es fast dunkel. Mittlerweile war es kalt. Da halfen auch die beiden Hemden und Hosen übereinander nichts und den Kamin.. den musste sie sich denken. Das heiße Bad allerdings… das wäre eine Möglichkeit.

    Wenn der Weg nicht so weit wäre. Die Wanne… stand nämlich ein Stockwerk weiter unten in einem der leeren, verlassenen Räume. Und auch wenn das Füllen kein Problemdarstellte… die Steigleiter tat es. Jetzt nochmal runter gehen?

    Erneut huschte ihr Blick durch den Raum, auch zu den Gardinen vor dem einzigen –selbstverständlich gesicherten – Fenster. Wenigstens die waren noch zugezogen.

    „Ob sich so die Helfershelfer des Helden in Abenteuerromanen fühlen?“ Nuschelt man gen des Bettrahmens. „Einfach nur müde und im Grunde wie der letzte Idiot?“

    Sie hatte Durst. Einen unangenehmen Moment lang plante sie die Bewegung, plante sich unter das Bett zu schieben und sich eine der Flaschen zu angeln. Dann ließ sie es. Eine Flasche fassen, sie aufdrehen und auch noch trinken? Das erschien dann doch ein bisschen viel erwartet vom eigenen, sterblichen Körper.

    Aber baden… war leider keine Option. Mühevoll krabbelt man gen der Türe und stemmte das eigene Gewicht wieder auf die schmerzenden Füße. „Hm… ich werde zu alt und zu selbstgefällig für spontane Klettertouren.“
    "Das nächste Mal fliehen wir nach dem Essen!"
    "So unfähig beim Teekochen zu sterben bin ich nicht!"
    "Ich wurde nicht vergiftet ich... War nur zur falschen Zeit am falschen Ort... GUT! Ich wurde vergiftet!"
    "Magier... Die überheblichsten Wesen des Universums. Ich darf das sagen... Ich bin Elementarmagierin."
    "In Bjora waren es mehr Pfeile, in Kryta treffen sie besser."
    "Was interessiert es dich, was es mich interessiert?"
    ~ Marena Éconde


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