Artikel mit dem Tag „Priester“

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  • Dieses Mal hört es nicht auf. In meinem Kopf dreht sich alles. Obwohl ich wieder etwas sehen kann, erkenne ich nichts. Doch es riecht nach Zuhause.
    Ich sitze weich, stütze mich mit den Händen ab. Meine Hände erfühlen die Bettdecke unter mir. Aus irgendeinem Grund bin ich nackt. Mein Versuch aufzustehen wird mit plötzlicher Übelkeit beantwortet. Es geht so schnell, schnell ins Bad! Grade noch rechtzeitig beuge ich mich über einen Eimer. Meine Haare halte ich an der Schulter zusammen. Wuaah, garstiges Gefühl sich übergeben zu müssen.
    Einen Moment später spüle ich meinen Mund aus, ziehe meinen Morgenmantel an. Es geht mir einigermaßen gut, doch ich zittere am ganzen Leib. Da lege ich mich lieber wieder ins Bett.

    Mit der Ruhe kommen auch die Grübeleien. „Diese morgendliche Übelkeit...das ist, weil ich schwanger bin.“ fällt mir ein. „Dafür bin ich nicht bereit! Ich muss doch für die Menschen da sein! Meine Berufung als Priesterin, der Dienst für Kormir...das kann nicht
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  • Ich sehe verschwommen. Dann fühle ich in meiner Hand ein Stück Tuch. Meine Hände legen es von allein um meine Augen, binden es am Hinterkopf zu. Warum? Jetzt sehe ich Garnichts mehr…Meine Wahrnehmung verrät mir, dass ich in einem Raum bin. Zu meinem Erstaunen sind meine Sinne, also das Hören und Tasten viel schärfer geworden. Die Tür geht auf und nun weiß ich auch, warum ich hier bin. Ich soll ein Verhör begleiten. „Priesterin, es ist bereit.“ spricht der Knecht in der Tür.

    Ich kenne diesen Ort. Ich stehe auf und weiß wo ich dem Knecht hin folgen muss. Durch einen Gang, dann eine dickere Tür. In diesem Raum sind noch weitere Folterknechte und ein Gefangener. Ich höre seinen flachen Atem, rieche seine Angst…und Blut. Die Pforte wird hinter mir geschlossen. Die Zeit fliegt an mir vorbei und alles was ich wahrnehme ist ein einziges Wirrwarr aus Stimmen, Geräuschen und ab und an Schreie. Die Präsenz von Leid und Müdigkeit hängt mir in den Haaren und zieht mich zum Boden. Die
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  • Es ist schon wieder passiert. Jemand hat etwas gestohlen! Das ist ja schon letzte Woche passiert. So kommt es mir in den Kopf, wie ich auf meiner Bank vor dem Haus sitze. Als Oberhaupt der Gemeinde muss ich den Dieb ausmachen und bestrafen, das ist meine Aufgabe. Der Täter und seine Familie sollen verbannt werden, zum Wohle unserer Gesellschaft, denn Diebe können wir hier nicht brauchen. Eine Gruppe Büttel kommt auf mich zu, einer von ihnen spricht zu mir: „Oberhaupt, wir haben den Dieb gefasst. Die gesamte Beute war bei ihm…bei eurem Bruder.“ fügt er mit einem Anflug von Bedauern hinzu. Ich erhebe mich schnell. „Was?“, frage ich, „Wo ist er?“ Da wird er schon vor mich gebracht. Er ist gefesselt und sein reuevoller Blick trifft mich mitten ins Herz. „Kleiner Bruder, was hast du gedacht?“ Mein Gesicht drückt Enttäuschung und Furcht über ihn aus. Ich lasse mir einen Moment Zeit. Irgendwie warte ich darauf, dass jemand es sagt, dass es nicht so war. Jemand
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  • Im nächsten Moment finde ich mich auf dem Schlachtfeld. Die Schlacht ist vorbei. Meine Soldaten stehen hinter mir, vom Kampf gezeichnet. Vor uns steht ein Feldherr mit seinem Gefolge, seine restlichen Soldaten sind auf dem Feld verteilt, teilweise tot, manche blutend. Unsere Mission jedoch ist nicht vorbei. Die Ziele sind die zentralen Zelte im Lager, die noch nicht zusammengebrochen oder von feurigen Pfeilen versengt sind. Darin sind Geiseln, die hier festgehalten werden. Zivilisten, Gefolgsleute und…meine Familie! Das wird mir plötzlich klar. Wochenlang habe ich um sie gebangt und gebetet. Verzweiflung und Wut steigen in mir auf. Mein Hass gilt dem, der die Entführung angeordnet hat, und dieser steht nun verwundbar vor mir.

    „Aha, Leutnant Dachs. Ihr habt uns geschlagen, Gratulation.“, krächzt dieser schleimig. „Ihr werdet uns doch nichts tun, solange wir die Geiseln haben. Das könnte ungesund für ihre werte Schwester werden.“

    Mit einem Handwink führt er diese vor. Sie wird mit
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  • „Nein, ihre Aussage hier ist völlig unangebracht. Sehen Sie das ein?“ Der Rektor schaut von seinen Unterlagen zu mir auf. Im Raum ist seit kurzer Zeit völlige Stille. Der Auslöser bin ich, oder zumindest das was ich sagte. So ganz genau weiß ich auch nicht mehr, was ich gesagt habe. Meine Mitnovizen und ich saßen in einer Debatte um…irgendwas. In der hitzigen Diskussion habe ich ein Argument vorgebracht, dass auf die häufige „krankheitsbedingte“ Abwesenheit einer Mitnovizin verwies. Ihre Kopfschmerzen kommen einfach immer zur rechten Zeit, so dass ihre Arbeit jemand anderem zufällt. Dazu versucht sie sich häufig besser darzustellen als sie tatsächlich ist. Ich habe das Gefühl, dass es ihr gefällt, wenn ich gleichzeitig weniger gut dastehe. Diese meldet sich jetzt natürlich schwingt ihren Hintern aus ihrem Stuhl und stellt sich vor mir auf. „Wir machen hier kein argumentum ad hominem! Meine Migräneanfälle tun hier nichts zur Sache.“ Giftet sie mich mit[Weiterlesen]




  • Mit einem Mal stehe ich in einem Lazarett. Meine verschwommene Sicht fokussiert nach und nach auf Verletzte, manche stöhnend, manche still. „Erstmal orientieren.“ Sage ich innerlich zu mir. Wer ich bin weiß ich nicht, aber das rückt beim Anblick dieser Kranken und Verletzten in den Hintergrund. Kümmert sich den niemand? Ich schaue mich um und entdecke eine Schwester, die weinend am Bett eines Mannes sitzt. Der Mann ist übel zugerichtet und er atmet sehr schwer. Ich trete heran und lege ihr eine Hand auf die Schulter, doch sie weint nur noch bitterer. Ein weiterer Verletzter wird immer leiser und verstummt dann völlig. Der Tod geht um!

    „Nein, Nein…“ weint die Schwester. Endlich kommt Leben in meinen Geist. Schnell laufe ich durch die Reihen. Wer sieht gut aus, wer wird es schaffen? Wer braucht jetzt Behandlung? Die Schwester wird mir nicht helfen, also muss ich allein weitermachen. Letztlich entscheide ich mich für eine Frau, die auf dem Boden liegt, ganz still und
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  • Punkt.
    Ich lege das Buch und die Schreibfeder ab und begebe mich in den Raum, in dem der Test stattfinden soll. All das wird nicht ausschlaggebend sein, sagen sie, doch ich glaube, dass es ein Test wird. Meine Geistesstärke und meine Moral werden auf dem Prüfstand stehen. Auf dem Weg stelle ich unzählige mögliche Szenarien auf. Was, wenn sie mir unangenehme Fragen stellen? Muss ich wieder Dilemma bewerten? Oder ist das vielleicht ein Aufnahmeritual der Priester? Als ich die Tür öffne, bringen mir diese Spekulationen nichts. Es haben sich einige hochrangige Mitglieder des Klerus versammelt. Ich grüße die Anwesenden mit respektvollen Worten und der üblichen Verbeugung, bevor mir ein tiefer Sessel angeboten wird und ich mich setze. Die Priester tauschen leise Sätze, die ich nicht auf diese Entfernung verstehe.

    Einer der Mesmer kommt auf mich zu. „Nara, sind Sie bereit?“

    Ich nicke, dann atme ich tief durch. Im nächsten Moment beginnt der Priester mit einem mesmerischen
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  • Starre hatte sie beim Blick aufs Papier erfasst, nach den ersten Tränen die darauf fielen und der stillen Resignation.
    Ein flatternder Atemzug rasselte in der Kehle und kratzte unangenehm darin. Ihr Kopf schmerzte, schrie sie an, verspottete und bedankte gleichermaßen den eisernen Entschluss, der sie an den Schreibtisch getrieben hatte, obgleich sie dort nicht mehr tat, als das leere Papier darauf anzustarren.

    Sie hatte aufgeräumt. Das ganze Chaos das sie ausgemacht hatte. Alles, was die Leute an sie erinnerte. Dort lagen keine Blätter mehr in der Küche wild verstreut, um von durchlebten Nächten mit geschriebenen Worten zu flüstern. Keine angebrochenen Flaschen und überfüllte Aschenbecher mehr, keine Messer in der Holzwand.
    Sogar abgewaschen hatte sie und auch das letzte Glas in dem Schrank gesperrt, damit es den Blicken verborgen blieb.

    Aber wer hätte hinsehen sollen?

    Träge erhob sie sich und schleppte sich zu ihrem Bett, der an diesem Abend zum Altar erhoben wurde. Auf… [Weiterlesen]