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    Rena saß auf dem kleinen Hocker vor ihrem Schminktisch und kämmte sich die silbernen Haare. Die hüftlangen Strähnen hatte sie gestern, beim Litha-Fest das erst Mal seit langem wieder offen getragen in der Öffentlichkeit. Statt sie sich wie sonst üblich zu einer hochgesteckten Frisur zu flechten hatte sie den üppigen Blütenkranz genommen, mit dem weißen Band und ihn aufgesetzt. Im Spiegel hatte sie sich selbst angelächelt, glücklich darüber das Fest nun mit Rowenna, Celia, Opal und Lara feiern zu können. Ihre Finger hatten das zarte, blütenweiße Kleid glattgestrichen, das ihr bis zu den Knien reichte und mit dünnen Trägern auf ihren Schultern gehalten wurde. Es war ein sommerlich-leichtes Kleid, eines in dem sie sich viel freier und leichter fühlte als in denen die sie sonst zu tragen pflegte. Versonnen hatte sie sich noch einen Moment in Spiegel betrachtet und wieder jung gefühlt. Rowennas Aufregung war schlicht ansteckend gewesen, ihre Heiterkeit und Lebensfreude… [Weiterlesen]
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    Ein Messgerät...
    ...kleine Gesten und Gräten.

    Eine kleine Kurzgeschichte



    Tyria, Götterfels - Genauer noch: Ein unbedeutender Teil im westlichen Marktviertel.


    Ein Ort, wo man nicht lebte sondern vegetierte und den eigenen Verfall mitansehen konnte.
    Ein Viertel, so schief, krumm und kränkelnd, dass - wenn gegrüßt wurde -, der Abschied ein hüstelndes Gute Besserung war. Wo Atmen gleichsam Röcheln war.
    Eine Gosse, in der Quacksalber in zerfallenen Anbauhütten angesehene Ärzte waren, und rudimentäre Kenntnisse über Omas Allheilmittel gegen alles als Akademikerwissen gegolten hat. Brüchige Hausfassaden und Strassenwege, deren schlammspuckenden Steinrinnen dickflüssige, braune Bracke förderten, und in verwinkelten Schmutzgassen, durch brütende Sommerhitze beleidigende Gerüche, dreckige Dämpfe und Bazillengewürm aufquoll.
    Wenn man sich jetzt noch einen Lausbuben vorstelle, der barfuß über Kloaken sprang, schwertführend mit Ästen in Fekalien stocherte, der
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    Vorwort:


    Das wollte ich lange schon schreiben, endlich die Zeit gefunden. Eher ein Dialog als eine Geschichte. Eventuell etwas verdreht. Ich wünsche trotzdem Spaß beim lesen.

    Belladonna

    „Ich empfinde nichts für dich.“ Worte die wie Gift von ihren Lippen tropften. Ungläubig starrte er sie an, suchte in den seltsam großen dunklen Augen ein Anzeichen das sie das Gesagte nicht so meinte. „Aber...ich habe dir alles gegeben was eine Frau sich wünschen kann! Edles Geschmeide, wertvolle Öle, exotische Blumen, alles was das Herz einer jeden Frau höher schlagen lässt! Wie kannst du da nichts für mich empfinden?“ Aufgebracht strich er sich durch das Haar. Sie seufzte: „Wie kannst du glauben, dass nur weil du mich mit Geschenken überhäuft hast, so etwas wie Gefühle in mir entfacht werden könnten? Jedes deiner Geschenke bedeutete mir nichts. Schmuck, Pralinen, anderer Tand den du mir gesandt hast, nichts davon hatte einen Wert für mich. Du kennst mich nicht, weißt nicht
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    "Du bist spätestens zur elften Abendstunde wieder zu Hause", schreit mich meine Mutter an, nachdem wir zu lange über eine Uhrzeit diskutiert haben.
    "Mit wem willst du dich überhaupt treffen?"
    "Du triffst dich nicht mit ihm."
    "Wenn du es wagst, kannst du dir sicher sein, dass du nie wieder ein Fuß in dieses Haus setzen wirst."

    Ich stehe schon in der Tür, drehe mich um und schaue meiner Mutter ins rote Gesicht. Sie sieht aus wie eine dumme Krabbe. Ich würde sie gerne von mir wegschubsen, doch sie ist meine Mutter. Ich schaue sie für einige Momente schweigend an, in denen sie mich weiterhin anschreit. Es prallt an mir ab, wie ein Ball an der Wand. Unberührt, gelangweilt schaue ich ihr in die wütenden Augen. Bis der Bogen überspannt wird. Irgendwas zerspringt in meinem Kopf, als sie schreit: "Du bist nicht mein Sohn. Mein Sohn würde sich nicht so unsittlich verhalten."

    Zum ersten mal klappt mir der Mund erschrocken, erschüttert auf. Meine Mutter kommt sofort auf mich zu gerannt, als
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