Süßes? Süßes!

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • "Es geht loooos!" krähte der kleine Schrecken und hopste auf und ab, so dass die dunklen, langen Locken fröhlich wippten. "Gleich, Röschen. Warte. Ich bin noch nicht ganz..." weiter kam sie nicht. "Schneller, Mama! Du und ich müssen los! Jetze!" Arla seufzte leise, musste dann aber lachen. Rosalie freute sich so sehr am heutigen Abend mit ihrer Mutter von Haustür zu Haustür zu ziehen. Jetzt wo der kleine Andre in ihrer aller Leben getreten ist, musste Röschen schon zurückstecken und umso wichtiger war es der Mutter selbst etwas Mama-Tochter-Zeit zu verbringen. Ein letzter schwarzer Strich noch und dann ein Blick in den Spiegel. "Röschen komm mal, schau wie toll wir aussehen." Und tatsächlich, als das Kind neben die Liese an den Spiegel stürmte, blickten eine große schwarze Katze und eine kleine weiße Katze den beiden entgegen. Das Mädchen tat einen erfreuten Quietscher und warf die Ärmchen in die Luft. "Toll! Mau!" und Arla nickte zu den Worten ihrer Tochter. "Und was musst du aufsagen, wenn die Leute die Türen öffnen?" Wieder warf das Kind die Arme in die Luft und quäkte los. "Ich weiß! Ich sag -Süßes, sonst Sauer!-" Ganz bestimmt waren die Worte des Mädchens und Arla schmunzelte. Ja das würde schon so gehen.

    Lucius spähte ins Schlafzimmer um zu sehen, was seine beiden Mädchen so trieben. Er hatte seinen Sohn im Arm und küsste das kleine Kinderköpfchen, welches er vorsichtig mit einer Hand stützte. "Wir sind soweit und gehen nun los." eröffnete Arlassia ihrem Mann und dieser nickte zu ihren Worten. Er küsste Rosalie, die weiße Katze, und dann seine Frau. "Viel Erfolg." gab er ihnen mit auf den Weg.

    Als die erste Haustür sich öffnete, konnte Rosalie es kaum erwarten und krähte laut: "Süßes! Nur Süßes!" Eine Forderung, die ein Lachen in das Gesicht der Frau zauberte, die an der Tür stand. Und so zog das Mutter-Tochter-Gespann von Tür zu Tür und kaum einer vermochte der niedlichen weißen Katze mit den dunklen Locken zu widerstehen. Der Beutel füllte sich zusehends und Rosalie wurde langsam müde. Laufen wollte das Mädchen auch nicht mehr so Recht und so traten die zwei Stubentiger den Heimweg an. Die Liese trug ihre Tochter das letzte Stück, als die kleinen Füßchen wirklich nicht mehr konnten. Das kleine Mundwerk allerdings, das stand nicht still. Rosalies Kinderherz war voller überschwänglicher Freude und trotz der Müdigkeit musste diese Freude dringend raus.

    Zuhause angekommen war der Lockenkopf allerdings auf der Schulter der Mutter zum Ruhen gekommen und Röschen war eingeschlafen. Arla ging deshalb ohne Umweg direkt in das Zimmer ihrer Tochter und zog das Kind so weit aus, dass es bequem schlafen konnte. Musste Röschen eben morgen früh doppelt so gründlich die Zähne putzen, aber das war besser als die knapp Vierjährige nun zu wecken. Dann war das sonst so fröhliche Kind nämlich mehr als ungnädig und schlief vor lauter Ärger in der Kinderbrust auch nicht mehr ein. Das galt es zu verhindern!

    Selbst müde und erschöpft schlich die schwarze Katze auf leisen Samtpfoten nun in den großzügigen Wohnbereich ihres Heims und unvermittelt blieb sie in der Tür stehen. Das Herz klopfte bis zum Hals bei dem Anblick der sich ihr bot. Dort lagen sie, gemeinsam auf dem gemütlichen Sofa am Kamin, in dem die Glut noch glimmte. Den Säugling auf der Brust und schützend gehalten schlief ihr Mann dort und hätte sie nun beschreiben sollen was sie sah, dann wäre ihre Antwort wohl: "Süßes!" gewesen.

    :love:
    If you don't live for something, you'll die for nothimg.

Kommentare 2