Von Drei Tugenden

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  • Unruhig dreht sie sich von einer Seite auf die andere. Konnte weder schlafen noch schreiben. Sie zog sich die Decke über den Kopf und kniff die Augen zu. Aber alles was sie in ihrem Kopf sah, war Erik, wie er ihr die Hand auf die Schulter legte. Eigentlich hätte es sie gar nicht so treffen dürfen, er war ein Freund. Aber dennoch fühlt sie sich, als hätte sie Thimorn aufs Übelste betrogen. Erik konnte sie keinen Vorwurf machen, sie hatte sich ja nicht einmal dagegen gewehrt.
    Schnaufend stand sie auf, warf sich die Decke über die Schultern und setzte sich nach Draußen. Spielte mit den Füßen im Wasser, um nicht ihr eigenes Spiegelbild sehen zu müssen. Sie vermisste ihn mehr als sie zugegeben hätte. Nachdenklich sah sie zu den Sternen rauf und fragte sich, ob Thimorn wohl dieselben Sterne sehen würde, wenn er in den Himmel schaute. Ob er noch in Götterfels war, oder wieder zu Hause.
    Einen Moment lang hatte sie das Bild von Thimorn mit einer fremden Frau im Kopf, schob es aber schnell wieder aus ihrem Kopf und hoffte, das Sharatur oft genug bei ihm sein würde.
    Riotea atmete einmal tief durch und legte sich dann mit den Füßen im Wasser auf den Rücken. Verschränkte die Arme unter ihrem Kopf und sah in den Sternenhimmel rauf.
    Ihr ging der Brief mit den Drei Aufgaben nicht aus dem Kopf. Vor allem aber die Vier Tierbilder.

    Das erste Tier, fürchtet alle. Das zweite Tier, fürchtet keinen. Das dritte Tier, frisst das erste. Das Vierte Tier, fürchtet das zweite, wenn es alleine ist.

    Erik hatte das Rätsel so schnell gelöst, dass sie sich fragte ob es zu leicht war, oder ob dahinter noch etwas anderes Steckte. Vielleicht hatte es mit Teamwork zu tun oder, dass sie nicht unbedacht in die unbekannte Wüste gehen sollen, sondern sich vorbereiten.
    Ein versteckter Hinweis auf etwas?
    Oder ein unterschwelliger Rat?
    Er hatte Natalie und sie noch gefragt, ob sie es anders machen würden, aber alles klang Logisch.
    Der Hase fürchtet alle. Der Bär muss keinen fürchten. Der Fuchs frisst Hasen und der Wolf hat nur alleine vor dem Bären Angst, nicht im Rudel.
    Die Prüfung der Weisheit wäre damit geschafft. Es fehlen noch Nächstenliebe und Mut.
    Um die Prüfung der Nächstenliebe zu bestehen soll etwas an Bedürftige gegeben werden, das man durch Glück erhalten hat.
    Sie dachte einen Moment an den Sandstein der Malachite in sich verbarg. Aber der kleine Junge hatte ihn ihr als Dankeschön gegeben. Das war kein Glück. Auch wenn er meinte, es wäre sein größter Schatz und dass sie sich geehrt fühl sollte. Riotea mochte den Stein und hatte ihn ganz tief in ihrem Rucksack vergraben, damit sie ihn nicht verliert.
    Wind kam auf und wischte sich ihre Locken aus dem Gesicht. Warum sie sich für die Mut-Probe gemeldet hatte, wusste sie nicht wirklich. Aber sie wollte unbedingt ihren Zauber ausprobieren. Auf Glasflaschen zu schießen war ja einfach. Die Wehren sich nicht und laufen nicht weg. Sie wollte den Ernstfall und die Choya fand sie nicht gefährlich, noch nicht.
    Im Gegenteil, sie fand das die stacheligen Wassermelonen lächerlich aussahen.
    Riotea konnte den Schrei gerade so unterdrücken, als etwas ihre Füße streifte. Aufgeschreckt zog sie ihre Füße aus dem Wasser und sah hinein. Die Wellen trieben ein Stück Seetang über die Wasseroberfläche. Erleichtert atmete sie tief durch und stand auf. Die Nacht war schon halb zu Ende als sie sich wieder hinlegte. Aber dafür konnte sie endlich schlafen.
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    Sie: "Nimm den Lappen mit..." - Er: "Wofür einen Lappen? Ich gehe jagen!" - Sie deutet auf seinen Kumpel.

Kommentare 8

  • Lexileinlein -

    Wie toll ist das bitte 8|

  • Erik Hallvard -

    Tolle Geschichte. Bin gespannt was noch so alles bei rumkommt. Was noch alles passieren wird.^^ Ich hoffe dir macht der Plot soweit Spaß, da ich immernoch etwas beunruhigt bin, dass zu wenig passiert.
    Ich möchte noch anmerken. Ich bin mir nicht sicher, sollte es im letzten Satz heißen: Die Nacht war schon "halt" oder "halb" zu Ende?