Der Weg - Ascalon I

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  • Ich höre in letzter Zeit viele Hörbücher und bekam einfach mal wieder Lust zu schreiben. Ob es nun gut ist, oder nicht. Der erste Teil einer Hintergrundgeschichte. Ich hab das jetzt in knappen 30 Minuten hingekritzelt. Daher verzeiht Grammatik, Rechtschreibung und CO. Viel Spaß beim lesen!
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    Der Weg - Ascalon I

    Dexter's Schritte knirschen leise auf dem sandigen Boden unter welchem fester Stein liegt. An den Wänden der alten Ruine hallt das Geräusch noch etwas nach, ehe es tief in den abgerissenen, verfallenen Gemäuern erlischt. Es ist später Nachmittag und obwohl es noch relativ hell ist, werfen die alten Gemäuer bereits lange, dunkle Schatten. Dexter, groß, kräftig, Wächter und ehemaliger Soldat, war nie dafür bekannt Angst zu haben. Doch auf dem Weg, den er gerade geht, da hat er welche. Er wünschte sich, dass er hier nicht alleine gehen müsste. Dass er Begleitung haben könnte. Sei es einer seiner alten Kameraden oder einer der Schüler von ihm. Aber da war niemand den er hätte mitnehmen können. Denn dieser W
    eg, dieses Vorhaben, das musste Dexter ganz alleine angehen.

    Seine Rüstung klappert etwas, der Schild trifft stumpf immer wieder auf seinem Rücken auf. Das Schwert schwingt bei jedem Schritt an seiner Seite leicht umher. Unter dem rechten Arm klemmt ein langes, festes Objekt. Jenes ist unter dunklen Tüchern verborgen, welche scheinbar ebenso alt zu sein scheinen, wie es die Ruinen tun.

    „Dreh um.“

    Die Stimme im Inneren seines Kopfes klingt beinahe wie eine Warnung, doch Dexter ignoriert sie und stapft weiter. Mit einem Schütteln des Kopfes versucht er sich auf andere Gedanken zu bringen. Schönere Gedanken, die ihn weg von diesem Ort bringen. Zuhause. Claire. Die Akademie und seine Schüler. Orte und Personen, wo er deutlich lieber wäre als hier. Und doch gilt es eine Pflicht zu erfüllen. Einen Auftrag zu erledigen. Etwas zu tun, was für ihn wichtiger zu sein scheint, als den sicheren Rückweg anzutreten.

    „Ein Narr. Ein...Mensch. Aus Fleisch und Blut!“

    Dies war eine andere Stimme. Gewiss nicht seine. Leiser, düsterer und kälter. Mit einem Ruck bleibt Dexter stehen und blickt sich um. Erst jetzt wird ihm bewusst, wie tief er bereits in die Ruinen vorgedrungen ist. Für einen Moment holt er tief Luft und lässt seinen Blick schweifen. Dexter hatte angenommen, dass Ruinen von Spinnen, Fledermäusen oder anderen, widerlichen Viechern belebt werden. Dass man achten muss, wo man hintritt. Aber es war ruhig. Kein Lebewesen kreuzte seinen Weg. Nicht einmal eine Ratte hatte es geschafft sich zu zeigen. Selbst von Vögeln, welche ihre Nester auf hohen, verbliebenen Säulen oder in Winkeln alter Wände hätten bauen können, fehlt jede Spur und jedes Geräusch.

    „Komm tiefer hinein.“

    Erneut erreicht eine heisere, nahezu unhörbare Stimme das Ohr von Dexter und lässt ihn herumfahren. Da war doch jemand. Oder bildet er sich das ein. Sein Blick geht in eine alte Kammer hinein, welche den Verfall gut überstanden zu haben scheint. Darin verirrt sich kein Licht und so herrscht pechschwarze Dunkelheit. Lauert dort...Etwas? Jemand? Dexter hatte sich belesen zu den Ruinen in Ascalon. Hatte sich vorbereitet. Er wusste, worauf er sich einließ, doch noch hatte er Zeit. So setzt sich der Gerüstete wieder in Bewegung. In die Richtung, in die es ihn zieht. Dorthin, wo dieses Objekt hin muss.

    „Er ist seltsam, seht!“

    Wieder eine dieser Stimmen. Dexter versucht diese auszublenden, während man eine lange, steinerne Treppe erklimmt. Sie führt hinauf in eine alte Tempelanlage, welche schon vor Jahrhunderten zerrüttet wurde. Zumindest scheint es so. Der Staub, welcher nahezu überall auf den Oberflächen liegt, zeugt davon wie lange hier niemand mehr gewesen sein muss. Und doch ist sich Dexter bewusst, dass er nicht alleine ist.


    Er hatte sich belesen. Ja. Er ahnt auch, was ihm dort auflauert. Was begierig die Blicke auf ihn lenkt. Bevor er aufbrach, war er mehrere Tage damit beschäftigt alte Bücher über Ascalon und dessen Geheimnisse zu verschlingen und jene Informationen in seinem Kopf Kopf zu speichern, die ihm nun das Leben retten könnten. Oder werden. Er wusste, dass er genügend Vorbereitung braucht, um diese Reise auch zu bestehen. Neben Proviant, galt es vor allem für Schutz zu sorgen. Seine Rüstung, der Schild und das Schwert. Alles wurde extra für diesen Weg aufgerüstet. Wo einst matter, kahler Stahl seine Rüstung darstellte, spiegeln sich nun Runen an den Rändern wieder. An den Schultern seiner Rüstung wurden kurze Schriftstücke mit Wachs angebracht. Darauf sind Gebete der Wächter zum Schutze des Trägers zu finden. Gebete an Dwayna und Kormir. Auch sein Schwert und der Schild erhielten Runen der Abwehr und des Angriffs. Dinge, die ihm hier helfen sollen, sobald er am Ziel angekommen ist und die Nacht einbricht.

    „Ein Priester? Ein Soldat! Ein Plünderer. Nein...Beute.“

    Verschiedene Stimmen aus den Schatten dringen zu ihm empor und lassen es wie kaltes Wasser über seine Haut laufen. Die Gänsehaut ist deutlich unter der Rüstung zu spüren, während Dexter kurz zurück sieht. Die Treppe hinauf zu der alten Tempelanlage ist lang und auf halber Strecke liegt jene offen. Frei von den Ruinen, welche sich am Fuße der Treppe und des Berges wie ein Labyrinth erstrecken. Dexter konnte sehen, dass sich etwas in den Schatten bewegte. Etwas, sehr altes und gefährliches. Doch noch hatte er Zeit. Die Nacht hat noch ein, zwei Stunden zu warten. Bis dahin, musste er oben sein.
    "Stürzt der Mensch in Dunkelheit, sehnt er sich nach einem Licht. Egal wie schwach es auch schimmern mag. Egal wie klein es auch sein mag. Denn Licht bedeutet Hoffnung."

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