Artikel mit dem Tag „Turpin“

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  • „Mister Turpin.“ Sein Familienname schmeckte bitter auf ihrer Zunge. „Guten Abend. Welch eine Überraschung.“ Sie versuchte die Finger, welche die Stuhllehne gegriffen hatten, wieder zu entspannen. „Verzeiht, dass ich Euch einfach gestört habe, Komtess zu Garrenhof. Für einen Augenblick schien es mir ein Bedürfnis zu sein.“ Diese weiche Stimme - die so gut Vertrauen wecken konnte. Freundlich war sie, ohne jemals aufdringlich gewesen zu sein. Sie bemühte sich die Fassung zu wahren, doch das Flattern ihrer Wimpern und der Versuch die Mimik in seinem Gesicht zu erkunden, während man selbst zittrig darum bemüht war das schmale Lächeln aufrechtzuerhalten, verrieten sie.

    „Ein flüchtiges Bedürfnis, nehme ich an. Die Macht der Gewohnheit eben, Mister Turpin. Das braucht Euch nicht leidtun.“ Diese Spitze perlte ihr so einfach über die Lippen, dass sie innerlich erschrak – doch der Blick gewann für einen Moment an Sicherheit. Der Kellner brachte ihr den Cognac und so war es, dass
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  • Willkommen zu Hause...

    Die Tage gingen ins Land seit seiner Rückkehr nach Turpin House und er war zufrieden. Über die Woche hatte er sich immer wieder die Bücher seiner Minengesellschaft durchgesehen und festgestellt, dass sein Geschäftsführer die Geschicke ganz in seinem Geiste fortgeführt hatte. Es lief fast ein bisschen zu gut, aber darüber beschwert man sich natürlich nicht.

    Auch die Entwicklungen in Turpin House stellten ihn überaus zufrieden. Zwar hatte er selbst zu Besen und Kehrblech, Schwamm und Scheuerbürste, Staubwedel und Tonne gegriffen, aber der Muff den das große Haus während seiner Abwesenheit angesetzt hatte, war beinah ganz verschwunden. Alles, mit Ausnahme dieses einen Zimmers im ersten Stock hatte er wieder ausgemistet und auf Vordermann gebracht. Dieses eine Zimmer jedoch, hatte er verschlossen, wie weiland, als er fürchtete der Drache könnte hineinplatzen und alles sehen was er dort vorbereitete.

    Irgendwas stimmte mit der Beleuchtung an der Haustür nicht,
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  • Wiederkehr

    Schritte kamen die Straße herab. Hier und da verharrten sie, verweilten einen Moment lang, bevor sie von neuem weiterwanderten. Vor einem verlassenen Haus hielten sie erneut inne. Der Mann zu dem sie gehörten blickte eine Weile auf die Fenster im Erdgeschoss. Die schweren Übervorhänge waren zugezogen. So mochte es schon eine Weile gewesen sein, nichts deutete daraufhin, dass es in der letzten Zeit anders gewesen war. Kein Rauch stieg auf. Kein Licht drang von innen heraus.
    Im Vorgarten zeigte sich das gleiche Bild. Welkes Laub und Fetzen von Papier, dass hier und da in den Büschen und Sträuchern hing, vermittelte den selben Eindruck. Hier war schon eine ganze Weile niemand mehr ein oder aus gegangen.

    Die Gestalt wog einen Schlüssel in der Hand, und während die Finger darüber glitten als berührten sie einen Handschmeichler, setzte sich die Gestalt erneut in Bewegung. Ganz langsam durchquerten sie den Vorgarten, blieb auf dem Weg zur Tür. Als sie sie erreichte… [Weiterlesen]

  • Sie schliefen. Vereinzelt waren noch die eingeteilten Wachen zu sehen. War es Sahrela die umhertigerte und den Blick wachsam schweifen ließ? Oder war es Andra – Sie hatte abgenommen. Es stand ihr nicht. Vielleicht auch Juno.

    Bei letzterer zog sich ein Mundwinkel hoch.

    Die Sylvari. Schon Alea und Malvala haben es der Blondine angetan. Auch das wuselige Ding Resia mit ihrer kräftigenden Suppe. Sie wirkten alle so lebendig. Ihre Art mit den Dingen in dieser Welt umzugehen war so nüchtern und einfach, dass sie sich wünschte, dass Menschen auch so wären. Andererseits was wusste sie von dem Traum aus welchem man die Blümchen bereits ausgewachsen riss. Von der Mutter von der sie sprachen. Sie teilten ihre Emotionen miteinander. Menschen taten es nicht. Sie verschleierten ihre Gefühle oft.

    Ein Kopfschütteln. Konzertiere dich Minna! Sarina hat es dir gezeigt. Sie hat dich gelehrt, deine Gedanken nur auf die Magie zu kanalisieren. Versuch es nochmal.


    Graham. Geliebter Graham. Sie hatte… [Weiterlesen]

  • Der Türknauf bohrte sich in ihren Rücken. Ein kurzer Wink hatte gen Leibwache ausgereicht. Sie wollte noch nicht gehen. Nicht jetzt. Sie wollte die Melodie die er spielte noch hören.

    Vielleicht hast du recht. Vielleicht hat mich Minna verändert. Aber bisher kann ich nichts Schlechtes daran finden, im Gegenteil. Vielleicht war ich auch schon immer so.

    Ich gebe dir recht Graham. Du warst schon immer so… So verdammt rührselig und ein Gefangener von überwältigenden Gefühlen. Du hast nie mit deinem Verstand, sondern stets mit deinem Herzen gedacht. Schon als wir uns kennenlernten. Statt dich von dem blassen Gesicht des Mädchens die dir damals begegnet ist abzuwenden, hast du versucht sie zum Lachen zu bringen. Du kanntest sie noch nicht einmal. Statt dich von mir zu entfernen alses schwierig wurde, hast du mir einen Antrag gemacht. Bist auf die Knie gefallen, statt zu gehen. Hast mich angefleht mit dir die Stadt zu verlassen. Ich hatte dich immer nur belächelt und die… [Weiterlesen]


  • Dampf stieg von seinen Schultern auf. Er hatte schon eine Weile die Ruder herein geholt und aufgehört mit ihnen das kalte stille Wasser aufzuwühlen. Auch die Wellen die von seinem Boot ausgingen hatten sich in der Zwischenzeit verloren. Leicht bewegte sich der See unter seinem Boot, verzerrte sein Bild das er einen Augenblick lang betrachtete. Bei den Göttern, so konnte es nicht weitergehen.
    Es wusste das sich sein Gemüt heben würde. Aber wann? In drei Monaten? In fünf? Und bis dahin? Warten? Nein! Es musste sich jetzt etwas ändern. Das konnte es nicht sein, das war ihm klar, und in diesem Moment wusste er auch was er tun würde. Sein Atem kondensierte in der kalten Luft und hing als Wolke einige Sekunden in der Luft als er lachte. Es war ein diebisches Lachen, grad so als habe er einen wirklich guten Plan gefasst. Und das hatte er auch. Er würde ans Ufer rudern und sein Boot da fest machen. Er bräuchte von hier aus zwanzig Minuten, vielleicht fünfundzwanzig wenn er sich zeit ließe.
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  • „Wie kann ich mich noch ihr Freund nennen, wenn ich im Begriff bin, zu zerstören, was sie liebt?“
    Einem Schatten gleich wankte Marlene durch das Schlafzimmer. Die dunklen Locken über den Schultern und den Morgenmantel fest um ihren Körper gezwirbelt. Sie war nicht wütend, sie war nicht traurig. Da war nichts. Sie fühlte nichts mehr.

    „Willst du denn schreien? Willst du dich denn retten lassen von einem Mann, der Schatten über dich bringt?“ … „Schreie ich denn?“
    Langsam bettete sie ihre leere Hülle auf die dunkle Tagesdecke. Die Citrine blickten zur Decke hinauf und sie schloss für einen Augenblick die Lider.

    „Doch mir, deinem zukünftigen Mann begegnest du mit solch Misstrauen? Dabei habe ich dir einen Wohnsitz geboten, meine Bediensteten, ...meine Liebe."
    Sie drehte ihren Körper zur Seite und blickte auf die Bürste auf dem Frisiertisch. Langsam zog sie einen Arm unter sich um sich aufzurichten. Ihr Augenmerk wurde von dem blassen Mädchen im Spiegel gefangen genommen. Fasziniert… [Weiterlesen]

  • ... „Weißt du noch wer Freund und wer Feind ist Marlene?“ ...

    „Fräulein Lovidicus? Baron von Wengenholm hat Ihnen zwei Briefe zukommen lassen. – Habt Ihr einen schönen Abend gehabt?“ Marlene streift sich die Handschuhe ab und nimmt die Post entgegen. Verdutzt blickt sie sich erst den ersten und anschließend den zweiten Brief an. Sie stockt als ihr auffällt, dass einer der beiden Briefe an ihren Vater adressiert ist und legt eilig den anderen darüber. „Ja. Leni. Danke. – Ich werde mir bei Zeiten Löwenstein genauer ansehen. Bist du dort nicht geboren?“ Das Hausmädchen blinzelt die Komtess ungläubig an als sie sich nach ihrer Vergangenheit erkundigt. „Ja, Komtess. Ich …“ Just in dem Moment als die graue Maus los plaudern möchte, winkt Marlene wieder ab: „Entschuldige. Ich bin etwas erschöpft.“ Die grauen Augen des Hausmädchens senken sich zu den Füßen ihrer Herrin und sie nickt. „Natürlich, soll ich…“ Die Komtess scheint es sehr eilig zu haben[Weiterlesen]