❀​​Nach dem Maskenball❀

Charakter: ❀ Chinoha ❀


Chinoha drehte sich nicht noch einmal um. Auch wenn sie den beiden Männern gegenüber, ein schlechtes Gewissen hatte. Laurence mit Cygalls Leuchten so von allem anderen abzulenken und im Gegenzug Cygall an ihn zu binden war kein besonders schöner Zug gewesen, aber sie brauchte den Freiraum. Also zog sie sich zurück in eine versteckte Ecke und nutzte den Kristall.

Die Sterne hoch oben über der Feste schienen am klaren Himmel. Die gesamte Feste war dunkel, keine Fackel, keine Kerze. Es war außer ihr niemand da.

Schnelle Schritte führten sie über die Brücke und durch den Wald, vorbei an der Bibliothek und weiter runter zum Wasser. Das Boot war noch am Ufer und so setzte sie einfach die wenigen Meter über zur anderen Seite. Lava und Boom lagen am Feuer, das noch immer schwache Glut hatte und sahen zu ihr auf. Tätschelte beiden die Köpfe und zog sich aus, öffnete die Schopfblätter.

Die beiden folgten ihr nicht ins Wasser. Was gut so war. Als sie den sandigen Boden unter den Füßen verlor und langsam versank, wollte sie nur einen freien Kopf bekommen. Ihre Schopfblätter wurde vom Waser umhergewirbelt und trieben auf. Der tosende Wasserfall rauschte in ihren Ohren und sie konnte den Druck des fallenden Wassers spüren, der sie weiter hinunter zwang. Schwerelos trieb sie einfach mit dem Wasser mit. Die Augen weit offen in die Dunkelheit des Wassers gerichtet und doch konnte sie nicht sehen wohin sie das Wasser führte. Ihre Gedanken versperrten die Sicht auf alles um sie herum.

Warum tat ihm auf einmal alles leid?

Und dann behandelte er sie wieder wie vorher.

Warum lehnte er sie ehrlich ab?

Wenn er sie dann doch so innig im Tanz geführte.

Cygalls Wiedersprüche raubten ihr den Verstand. Immer wieder sprang er zwischen zwei Extremen hin und her, so dass er seine getroffene Entscheidung durch Taten wieder Lügen strafte.

Nach und nach verlor sie den Atem aus den Lungen. Immer mehr schrie ihr Körper nach Luft, aber sie bewegte sich nicht. Schloss nur die Augen und versuchte die Gedanken zu bekämpfen, statt das nahende Ersticken ihres Körpers. Spürte immer intensiver die Strömung des Wassers und dessen unsichtbare Kraft. Kauerte sich zusammen und legte für einen Moment die Arme um ihre Knie.

Erst als auch ihre Gedanken vom fehlenden Atem betäubt waren, Schrie sie in die grollende Dunkelheit des Wassers und tauchte auf. Kämpfte sich gegen den Strom ans Ufer zurück und lehnte sich an Lavas Flanke. Chinoha hatte sich völlig verausgabt. Mental, Emotional und nun auch körperlich. Es war kein Einschlafen, es war ein wegtreten.

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