Artikel 2.086

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    Die Feder kratzte über das Pergament mäßiger Güte und unterschrieb von schlanken Fingern geführt den Brief mit dunkler Tinte und dem Herzblut einer jungen Frau, die Worte liebt. Es ist schön zu sprechen, schön zu erzählen und schön sich über Silben zu freuen, wenn sie die Gelegenheit dazu geben. Es ist schön gemeinsam zu lachen und zu träumen, zu albern und zu flüstern. Auch so manches heiseres Raunen war ihr nun nicht mehr fremd von einer Männerstimme her rührend, die dabei ihren Namen sagte. Eine lange Zeit war dort nur eine, der sie alles anvertraute, seit sie zur Anwärterin geweiht worden war. Dann kam eine andere, als die Schreiberin dieser Zeilen sich anschickte eine erwachsene Frau zu werden und log, ließ sie alleine. Dann, auf ein mal waren da so viele, als die erste und wichtigste Freundin bis dahin gehen musste und Götterfels die Mandelaugen mit Neuigkeiten zuhauf empfing. Die wahre Freundin, zweite Mutter und ihr Vorbild ging für immer. Die wahre neue
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    Mitternachtswalzer

    Celia Caldwell schwitzte. Entgegen landläufiger Meinungen ging es in Ballsälen weniger romantisch zauberhaft zu, als vielmehr laut und stickig. Der ausgelassenen Freude auf der Tanzfläche tat das keinen Abbruch, doch hier am Rand der Mauerblümchen, zu denen auch Celia sich zählen lassen musste, wollte sie nicht recht ankommen. Die Tanzkarte, die an ihrem Handgelenk baumelte, war leer, dabei hatte ihre Mutter ihr glaubhaft versichert, dass sie heute besonders adrett gekleidet war. Celia glaubte ihr. Heather hatte ein Händchen für Mode, aber an einem Körper wie dem ihren, der überall mit einem gewissen 'Zuviel' aufwartete, wirkte auch die kostbarste Seide unvorteilhaft und plump. Cressida Stones hatte noch ganz andere, viel hässlichere Umschreibungen dafür gefunden und Celia hätte schwören können, dass sie gerade ganz besonders oft an ihrer Nase vorbei tanzte.
    Celia reichte es. Am Rande der Tanzfläche zu versauern frustrierte sie so sehr, dass sie Hunger bekam.
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    Rasselnd dreht sich der Schlüssel im Schloss bevor eine elfenhaft wirkende Frau mit schwarz glänzenden Haar das Haus betritt das sich hinter der Tür verbirgt. Ruhig liegt der Raum in der Morgensonne die sich in dem kleinen Spektrum bricht, welches in ihrem Fenster hängt. In alter Gewohnheit fährt sie sich mit der rechten Hand durchs Haar, das zu einem Zopf gebändigt ist. Auf dem Rock ihres smaragdgrünen Kleides schimmern die silberbestickten Schmetterlinge in der Sonne, als sie die hohen Schuhe von ihren Füßen streift. Das Kleid ist so eng geschnitten das es all ihrer weiblichen Rundungen preisgibt, ganz wie eine zweite Haut. Ihre smaragdgrünen Augen und ihr von unzähligen Sommersprossen geziertes Gesicht verfangen sich einen Moment im Spiegelbild ihres altelonischen goldenen Spiegels an der Wand ihr gegenüber. Im vorbeigehen löst sie ihren Zopf aus welchem sogleich ein violettfarbener Schmetterling erscheint und seine Flügel zum Flug ausbreitet. Ganz so als wäre er… [Weiterlesen]
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    Die Trauerweide tanzte mit dem Herbstwind, ihre Äste warfen verspielte Schatten an das Flussufer an dem gestern noch geschrien und getobt wurde. Die spärlichen Sonnenstrahlen der Jahreszeit wärmten nicht, gaben aber zumindest Licht – erhellten die Szenerie an den Wurzeln des Baumes. Es war die Blonde, die zuerst zu sich kam. Träge versuchte sie zu erahnen wo und warum sie dort war. Sie schnaufte als ihr der körperliche Schmerz bewusst wurde. Der Kopf pochte, die Wunde am linken Arm brannte und unweigerlich zog sie sich enger zusammen. Warum war es nur so schwer aufzustehen? Was hinderte sie daran sich zu erheben und warum war sie hier? Langsam drängten sich die Erinnerungen an den vergangenen Abend wieder in ihr Unterbewusstsein und sie musste beinahe würgen als ihr bewusst wurde was geschehen ist, was sie dazu veranlasst hatte die Nacht im Freien zu verbringen. Es brauchte eine Weile bis sie begriff, dass es die Last eines Körpers auf ihr war die sie neben dem Schmerz
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    Heute:
    Gut drei einhalb Wochen war es nun her das sie die Sicherheit des Lagers verlassen hatten. Das Rauschen des Meeres, welches die Nähe zur Küste verriet war nun schon tagelang verklungen und das einzige Geräusch, was mit Wasser zu tun hatte, war das beständige Tropfen auf kahlem Stein.
    Der kleine Spähertrupp, welcher einst seine Wurzeln in Zinderhang hatte, einem Ort voll grün und Leben, war längst zu einem Teil Orrs geworden. Nur Eucarulus gelbe Borkenfarbe machte ihn zum Sonnenfleck der Gruppe, was zum einen Nachteil, aber auch Vorteil war. Immerhin vergaß Zavo so nicht wo her er kam. Shamendere stand auf der kleinen Lichtung, umringt von den sich scharf in den Himmel bohrenden Felswänden und zeichnete seine Ritualkreise in den Sand. Die geschnitzten Runen auf des Freundes dunkler Rinde glimmten als fremdartiges Licht auf totem Land. Zavo merkte das die eigene Lumineszens zunahm und zog den Kopf tiefer in die Schultern hinab. Er wollte auf keinen Fall Schuld sein, wenn die… [Weiterlesen]
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    Reiche Ernte

    "Steht es wirklich so schlecht um sie?"

    "Sie braucht ein Wunder."

    Gervais zählte die Münzen abermals und während die Kupferlinge durch seine Finger rollten, zu Türmchen wuchsen und leise aneinander klapperten, da lachte er kaum lauter mit versonnenem Vergnügen. Er war als Schulden-Eintreiber auf dem Fest aufgeschlagen, hatte Frau Menzelsacker die traurige Kunde überbracht, dass ihrem Hof die Zwangsversteigerung drohte, wenn sie nicht bald ihre Schulden bei der Villiers Bank beglich. Sie hatte zuvor auf keine Mahnung reagiert und war nicht anzutreffen gewesen, sie an ihrem Feststand aufzusuchen, am Melandru-Tag, war grausam aber nötig. Er hatte es nicht gern getan und sich dabei herzlich unbeliebt bei den Dörflern gemacht. Doch dann war sie da gestanden: Fabienne Tench, Baroness von Weierwiese. Was für ein lächerlicher Name! Er stellte sich vor ihn bei einem Trinkspiel gurgeln zu müssen. Oh, wie er den Adel hasste. Aber sie hatte ein eigenwilliges Talent, das
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    Erntedank
    oder:
    Ausflug ins Tal - Epilog


    Warum hatte sie sich bloß dazu entschieden, an diesen schrecklichen Ort zu ziehen und dort auszuharren für so viele, endlos erscheinende Wochen?
    Wieso hatte sie all den Ärger, die Angst, die immer wieder aufwallende Wut und die schiere Verzweiflung ertragen müssen?
    Etliche Male hatte Hannah sich diese Fragen gestellt, seit sie nach Götterfels zurückgekehrt war, und jedes Mal hatte sie sich hilflos der dabei entstehenden Frustration ergeben müssen: Sie fand einfach keinen Sinn.

    Doch genau jetzt, in diesem Moment, verstand sie den Grund hinter all dem Erlebten. Er zeigte sich in dem sonnengleich strahlenden Gesicht des Mädchens, das ihr mit ausgebreiteten Armen und fröhlich quietschend entgegen lief, immer wieder ihren Namen rufend.

    Der Anblick beseelte sie von einem solch starken Glücksgefühl, wie es nicht einmal die besten Kräutermischungen induzieren konnten, und schlagartig wurde sie von tiefer Dankbarkeit erfüllt. So dankbar war sie… [Weiterlesen]
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    Familienpost

    Alexander Beaufort war nicht der beste, aber sehr wohl ein zuverlässiger Korrespondent, weshalb ihn im Laufe einer Woche nicht gerade wenige Briefe erreichten. Ein paar von Kollegen, ein paar von alten Freunden und Wegbegleitern und natürlich auch solche, die von seiner Familie stammten. Seine Schwestern berichteten ihm über ihre Gatten, die Kinder oder eine erneute Schwangerschaft, seine Brüder über Arbeit und Schule. Seine Eltern schrieben seltener, umso überraschter war Alexander, in der heutigen Post einen Brief seiner Mutter zu entdecken. Eigentlich hatte die Baronin es aufgegeben, ihren Kindern zu schreiben, denn, so sagte sie, die beruhigend allgemein gehaltenen Antworten auf Muttersorgen konnte sie sich auch selbst geben. So hätte man an Papier und Tinte gespart.
    Es musste sich also um etwas Wichtiges handeln, weshalb Alexander den Brief nicht gänzlich ohne Sorge öffnete. War Andrews Frau vor der Zeit niedergekommen? War Adam nun doch sein Blutdruck zum[Weiterlesen]
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    Widerwille hatte sich im Gesicht des Kerkermeisters breit gemacht, als die Herrschaften mit ihren Bürgschaften und ihren Beweisen für die Unschuld der inhaftierten Personen auftauchten. Man hatte das Ziel endlich erreicht die Hexe einzusperren und jetzt sollte es wieder entrissen sein? So einfach.

    „Schert euch zu Grenth, hier wird nicht gebürgt.“ blaffte der ältere Herr die Gruppe an, ehe schließlich Marlene einen schweren Ordner mit Unterlagen überreichte. „Mein Herr, ich bitte euch lediglich um die Prüfung dieser Akten und mein Wort. Dass ist wahrlich alles.“ Der Kerkermeister murrt lautstark während er den Ordner öffnete und die ersten Seiten zu lesen begann. „Was denn.. ich lese.. jetzt schert euch.. das dauert länger.“

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    Addison hob das Haupt an, als die ersten warmen Sonnenstrahlen seit Tagen ihren feuerroten Kopf küssten. Die Lippen hatten ihr kräftiges Rot verloren. Das Haar und die Kleidung ungewaschen und die letzte Tage standen ihr ins Gesicht geschrieben. „Wir[Weiterlesen]
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    Addison schaute verwundert, als die junge Komtess in den Salon trat. "Ich bin nicht einmal einen Tag wieder hier, und sieh an wer direkt vor meiner Türe aufschlägt. Ohne mir vorher einen Brief zu schreiben und sich zu melden, dass sie noch lebt." Marlene hob die Mundwinkel und schrägte den Lockenkopf an um der Hexe einen formvollendeten Knicks zu schenken. Mister Vitel verbeugte sich ebenfalls tief und stellte das Mitbringsel, ein Wiedersehensgeschenk auf eine der Anrichten hinter Marlene um den Raum direkt zu verlassen. "Seien wir ehrlich. Du hättest ihn nicht einmal gelesen und hättest lediglich abfällig darüber geschnaubt, dass ich nicht bei dir bin. Ich kann mir die Worte im Geiste ausmalen: Wenn sie mir etwas zu sagen hat, soll sie gefälligst wieder zurück kommen an den Ort, an den sie gehört! " sprach Marlene ruhig. "Du kennst mich eben doch." Das Lächelnd der Hexe wurde schmaler. "Bourbon, Sherry, Tränen meiner Nachbarn?" Langsam erhob sie sich und trat auf den kleinen
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