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    Rotes Haar und blaues Kleid


    „Vorsicht, da ist eine...“
    ...Wand. Alexanders Schulter traf sie zielgenau und allgemeines Gelächter erklang. Auch er lachte, denn der Abend mit seinem vielen Bier hatte dafür gesorgt, dass das Zwicken nur verspätet als ein in Watte gepacktes Pochen bei ihm ankam. Die zu weit genommene Kurve war nach den nächsten vier Schritten ohnehin vergessen, denn man widmete sich jener Art von philosophischen Gedanken, wie sie nur der Alkohol mit solchem Ernst hervor brachte. Die Weltpolitik wurde ebenso zum Thema gemacht, wie das Mensch sein an sich und die eigene Vergänglichkeit.
    „Ich glaube ja...“, fühlte Alexander sich irgendwann bemüßigt beizutragen und wurde gleich etwas lauter, weil niemand ihm zuhörte. „ICH glaube ja...“
    Als nun die Blicke auf ihm lagen, hob er darüber zufrieden gewichtig, wie er es bei seinem Vater gesehen hatte, den Zeigefinger, die andere Hand auf dem Rücken, auch wenn ihm das gerade einen nicht sehr sicheren Stand verlieh.
    „Ich glaube
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    Was für ein erbärmlich bescheuerter Abend. Zu diesem Schluss kam ich, als ich nun frisch gebadet auf dem Wannenrand saß. Das heiße Wasser hätte ihn abwaschen sollen, aber die Stille im Haus war nicht in der Lage meine Gedanken zu übertönen. Das tat sie schon lange nichtmehr. Und auch jetzt war mir bewusst, dass das nicht gesund sein konnte. Trotzdem war ich hier.
    Ich war hier und betrachtete die Frau, die mir gegenüber saß. Sie war mir so vertraut. Und dennoch wusste ich mit unzweifelhafter Gewissheit, dass sie nicht zu mir gehörte. Sie war jemand Anderes. Zum ersten Mal fiel mir heute auf, wie müde sie aussah. Ja, irgendwie ausgezehrt. Ihr Blick war stumpf und die Gesichtszüge zeichneten sich deutlicher ab als jemals zuvor. Klar, Schnee hinterließ nunmal seine Spuren. Ich wusste das. Sie wusste das auch.Und trotzdem sah ich ihr dabei zu, wie sie nach dem Mariani-Glas auf dem Wannenrand griff und es leerte. Es musste Mariani sein. Zwar war sie es, die ihn trank, aber ich
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  • „Sie hat einem Jungen die Nase gebrochen.“ sagte Geonna erneut und man hörte das Seufzen in der Stimme und wie sich die schon etwas ältere Frau in den Stuhl fallen lies. Tabitha saß auf der Treppe ins obere Stockwerk und hatte den Kopf an die Holzstäbe gelehnt. Natürlich hatte er sie verraten. War gleich zu seinem Vater gelaufen, der zum Abendbrot wutentbrannt an der Türe geklopft hatte. Geonna hatte sie hoch geschickt während Lothario an der Türe stand und seinen Nachbarn von der Insel daran hinderte hinein zu kommen und Tabitha an den Ohren hinaus zu zerren um ihr eine ordentliche tracht Prügel zu verpassen, wie es sich für freche Gören gehörte. „Sie ist noch ein Kind.“ hörte Tabitha die Stimme Lotharions, der auf seine Frau mit seinem unglaublich ruhigem Gemüt einzureden versuchte. „Sie hat ihre Kraft unterschätzt.“ „Das ist alles seine Schuld! Jedes Mal, wenn er sie besucht bringt er ihr Flausen bei.“ schimpfte Geonna wieder und Wasser wurde in ein Glas gefüllt und auf den Tisch… [Weiterlesen]
  • „Du bist ein Lügnerin.“ schmettert sie mir mitten und unverhofft ins Gesicht. Und ich konnte nicht anders als dieses mal die Wahrheit zu sagen. Es hört ja keiner außer sie. “Ja da stimme ich dir zu.“ Und schon ex ich den nächsten Rum herunter. Den so war das Spiel. Jeder von uns trifft eine Aussage über den anderen und wenn es wahr ist wird ein Becher Rum getrunken. Während der Rum meine Kehle hinunter läuft denke ich darüber nach ob diese Aussage jetzt so schlimm ist und beschließe recht schnell das dies nicht so ist. Frech lächle ich sie an ehe ich weiter spreche „Ich lüge wann immer mir danach ist, meistens wenn ich ein Vorteil davon habe oder aber auch aus Langeweile und Spaß. Außerdem bin ich gut darin.“ Diese Aussage muss ich erst mal auf sie wirken lassen damit hat sie definitiv nicht gerechnet. Der Überraschungseffekt liegt eindeutig bei mir. Sprachlos starrt sie mich an. Fast so als müsse ich die Stille nun brechen weil sie es nicht kann oder weil sie versehentlich in… [Weiterlesen]
  • Die Kornblumen waren das Schönste, was er je gesehen hatte. Dazu war natürlich zu sagen, dass seine Erinnerung zwischen der Ankunft hier, wo oder was auch immer hier war, nicht mehr vorhanden war, aber dass er aus der Hilflosigkeit direkt in ein so weiches Bett voller Schönheit gestürzt war, was ihn gefangen hatte, sorgte dafür, dass er sich lachend auf den Rücken rollte, den Arm und die teils tauben Beine ausgebreitet. Sie rochen herrlich, so wie frische, warme Bettwäsche, in die man nach heißer Dusche schlüpfen konnte, sie waren weich und leicht wie Seide auf der Haut, und mit einem Schlag hatte er beinahe alles vergessen, was gerade noch an seinen Füßen geklebt hatte. Die Sonne, die scheinen musste, kitzelte an seiner Nase, und er erwischte sich dabei, wie er die Augen schließen und bleiben wollte.
    Bis zu genau dem Moment, in dem sich eine eiskalte Klaue sowohl um sein Herz als auch in seinen Nacken legte, und er aufsprang, als hätte der Boden selbst mit spitzscharfen Zähnen nach… [Weiterlesen]

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